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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Diese Woche: Die Hitze, die Nacktheit und die Gefühle des anderen Geschlechts

Manchmal ist es gar nicht so einfach, während der realen Hitze über die wogende Hitze in Hirn und Unterleib zu schreiben. Ich hätte euch sehr gerne das frivolste Kalenderblatt (um 1900) für August gezeigt – es zeigt, wie man sich denken kann, ein kopulierendes Paar am Strand. Wie ich denn überhaupt allerlei Bilder fand, auf denen sich junge Damen am fand hüllenlos bewegten – meistens aus der Ex-DDR oder der Zeit der Jugendbewegung. Ob nun sozial korrekt oder nicht – sie repräsentieren die Zeit, in der sie aufgenommen wurden.

Der Winkel beim Einführen und anderer Unfug

Das Internet ist in seinen „anständigen“ Teilen mittlerweile völlig unerotisch. Wer nach den heißesten Lüsten für den August sucht, landet auf den üblichen „Wiederkäuerseiten“. Hauptsache, das eigene Magazin, das eigene Blog oder die eigene Online-Zeitung wird angeklickt. Die Inhalte ähneln einander, und sie haben mit der Sommerlust fast gar nichts zu tun. Ich las mit großem Erstaunen, dass es eine Freude ist, den Penis in einem anderen Winkel einzuführen, und dass sich das heiße Wetter bestens dafür eignen würde.

Wenig Textilien am weiblichen Körper – darf man das noch sagen?

Sicher ist – frau zieht sich weniger an in diesen Tagen. Manchmal gerade noch so viel, dass es die Haut züchtigt bedeckt und manchmal so wenig, dass Männerblicke an Brüsten und im Schritt hängen bleiben. Letzteres ist sozial inkorrekt und führt zur Verachtung – der Zeitgeist will es so. Einerseits diskutieren manche feministischen Kreise darüber, endlich mit freiem Oberkörper ausgehen zu dürfen, anderseits sollen Männer nicht hingucken dürfen.

Romantisch? Geht natürlich immer noch …

Apropos Strand – wenn es warm genug ist am Abend, werden manche Menschen auch bei Sonnenuntergängen schwach … und überhaupt. Nackt in den Dünen zu liegen und der Lust zu frönen war einmal ein erotischer Hit.

Psycho-Neuigkeiten – von 1948 nach 2020 transportiert

Die Pseudo-Psychologie ist immer wieder für eine Satire gut. Da gibt es einen „neuen Geheimcode“ beim Dating – nur, dass er weder neu noch geheim ist, sondern uralt und in Europa wenig gebräuchlich.

Die Welt der anderen Seite – wie fühlt sich das an?

Ja und dann … dass haben wir noch ein Versprechen eingelöst, nämlich darüber (ernsthaft) zu reden, was Menschen dazu antreibt, aus purer Neugierde oder auch wegen der Recherche in die Haut des anderen Geschlechts zu schlüpfen. Daraus wurden dann drei Teile – und nach meinem Dafürhalten ist das Thema damit noch keinesfalls erschöpft. Der erste Teil beschäftigt sich mit der verwirrenden und verhüllenden Sprache, die mit den Begriffen verbunden ist. Der zweite Teil streift die Möglichkeiten und Grenzen der Wandlung und der letzte Teil fragt nach dem Sinn. Das delikateste: Was passiert eigentlich, wenn ein Flirtversuch „gelingt“ und ein naiver Mann tatsächlich „Feuer fängt“? Darüber wollte unser Autor lieber nicht spekulieren.

Was vom Thema sonst noch offenblieb? Vor allem, die wundersamen, teils erschreckenden Gefühle, die oft „unter die Haut“ gehen sollen. Dann die Wandlung an sich. Zum Beispiel, wie ein Mann erlebt, einen Rock zu tragen. Oder wie „biologische“ Frauen auf ihn reagieren. Dazu gibt es kaum Erlebnisberichte. Das Thema der „Feminisierung“ haben wir bewusst ausgeblendet, und auch die heiklen Fragen, inwieweit Männer ihre (durchaus natürlichen) weiblichen Anteile unterdrücken. Mal ehrlich - die Recherche ist sehr kompliziert. Denn so gerne geschwätzige Internet-Menschen über das reden, was sie tun oder nicht tun, so wenig reden sie darüber, was sie fühlen oder nicht fühlen.

Und was sonst noch war ...

Ansonsten – nun ja. Es ist viel zu heiß … und es gibt (wirklich) noch andere Themen als die Hitze oder die daraus abgeleitete Frage, auf welche Textilien man/frau verzichten könnte. In diesem Sinne wünsche ich euch ein lustvolles Wochenende ohne bohrende Zweifel, was gut für euch ist.