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Online-Dating - Tendenz: verbesserungswürdig

Online-Dating-Portale bekommen zwar in Metropolregionen (1) gute Noten, doch ist stets ein Unterton dabei: So „richtig voll zufrieden“ sind die Mitglieder selten.

Gelächelt habe ich über diese Aussage:

Durch den Persönlichkeitstest habe ich viel über mich erfahren. Mal sehen, ob aus einer aktuellen Bekanntschaft etwas Festes wird. Ich bin guter Dinge.

Der alte Trick wirkt also immer noch – die Menschen „glauben“ den „Gutachten“, die über ihre Persönlichkeit erstellt werden – darüber dürften Psychologen weniger glücklich sein als die Betreiber der Webseiten.

Hohe Erwartungen - schwierige Erfüllung

Ansonsten wird erneut deutlich: Die Menschen gehen mit sehr hohen Erwartungen in Partnerbörsen und wollen (auch, weil sie nicht gerade billig sind) dafür eine herausragende Leistung. Ob diese überhaupt geboten werden kann, steht auf einem anderen Blatt – jedenfalls wird sie „gefühlt“ nicht wirklich geboten. Zitat:

Aspekte wie die Anzahl, Seriosität und Qualität der Zuschriften stellen viele Kunden nicht zufrieden.
Warum verbessert man die Qualität nicht einfach?

Die Frage aller Fragen wäre: „Kann man das verbessern?“

Vor fünf bis zehn Jahren hätte ich noch behauptet: „Ja, es ist möglich.“ Heute zweifle ich daran, und das liegt nicht einmal an der Qualität der Anbieter. Vielmehr sind es die überzogenen und teils völlig absurden Vorstellungen der Mitglieder, die nicht erfüllbar sind. Freilich ist es teilweise auch der „Abgleich“ über die Software, der nicht wirklich funktioniert, und sicher sind die Eingangsversprechen aus der Werbung nicht sehr wirklichkeitsnah.

Im Grunde ist's der Kunde

Aber im Grunde ist’s der Kunde. Und falls du dort irgendwo Kunde bist: Geh mit deinen Wünschen runter, versuche, mehr Dates zu bekommen, und vergiss die Begriffe „Ansprüche“ und „Augenhöhe“.

Die Zitate stammen aus einer PM des Deutschen Instituts für Service-Qualität. Dort kannst du auch nachlesen, welche Partnervermittler / Partnerbörsen besonders gut abgeschnitten haben.

Lust: erforsche deine Möglichkeiten und Grenzen

Der größte Wunsch, die größte Hürde: Oralsex
Neulich las ich einen Artikel einer Frau, die immer geglaubt hatte, es sei ekelhaft, einem Mann „einen zu blasen“, oder weniger ordinär: „Fellatio zu geben.“ Doch nach einiger Zeit entdeckte sie:

Nachdem ich es so gut erlernte, dass die Männer sich nicht mehr einkriegten, wenn ich es tat, da wusste ich, dass ich mindestens eine Eigenschaft hatte, die sie liebten.

Klar kannst du provokativ fragen: “Was, und andere Eigenschaften hast du nicht, die Männer mögen?“ Nun, es ist nur ein Beispiel: Versuch alles, und behalte das bei, was dir oder deinen Liebhabern/Geliebten Freude bereitet, und verwerfe alles, was für dich und andere nichts als Routinen sind.

Die Beispiele sind nicht grenzenlos, aber sie folgen einem Schema: Zuerst kannst du versuchen, die beliebtesten Wünsche und Träume zu verwirklichen – oder wenigsten ihre Vorstufen.

1. Oralsex zu geben und/oder zu empfangen.
2. Meinen Partner masturbieren / von ihm masturbiert werden.
3. Sexuell dominiert zu werden / zu dominieren.
4. Voyeur/Voyeuse sein bei hefigen Szenen anderer.
5. Einen „Dreier“ erproben (MMF oder FFM).
6. Lust am eigenen Geschlecht.
7. Aktive und passive anale Lust (auch mit Instrumenten)


Beim Dreier sind die Hürden (besonders für Singles) sehr hoch, während die Lust am eigenen Geschlecht bei Frauen deutlich höher ist als bei Männern, die allerdings eher an entsprechenden Rollenspielen interessiert sind. Bei anderen lustvollen Abweichungen gibt es Vorstufen, besonders beim Analverkehr, beim Küssen des gesamten Körpers, bei Orgien, bei Soft-SM mit Schlägen oder bei Bondage-Spielen. Beispielsweise beginnt man bei „Schlägen“ oft damit, ob der Partner beim normalen Sex Lust daran empfindet, einen kleinen Schlag auf den Po zu bekommen. Vor dem Analsex mache viele Paare erst einmal die “Fingerprobe“, und das Kitzeln ist oft der Einstieg zum Bondage-Sex (Fesselspiele).

Hat das etwas mit Liebe zu tun?

Ja und nein - nicht mit der beständigen Liebe. Aber mit dem Feuer der Lust, nach dem sich Singles und Paare gleichermaßen sehnen. Und auch das gilt: Für Mann und Frau ist bisweilen am schönsten, sich dem Partner oder der Partnerin völlig vorbehaltlos hinzugeben.

Für Paare könnt ihr hier viel in englischer Sprache nachlesen.

Darf eine Frau nach Sex fragen?

Scheue,sehnsüchtige Lust
Viele Frauen scheuen sich „nach Sex zu fragen“. Sind die Männer nicht sowieso dauergeil? Muss man sie nicht eher abwehren als ihnen noch zu zeigen, dass man notgeil oder wenigstens feucht ist?

Nahezu alle Berichte, die man dazu lesen kann, stammen von Ehefrauen oder Frauen, die in Beziehungen leben. Wir hörten sogar von Paaren, die Schulnoten für den Grad ihrer Geilheit an den Kühlschrank pinnen.

Doch Singles? Frauen, die auf Dates gehen, damit „endlich etwas passiert?“ Oder solche, die während des Dates den unausweichlichen Drang erleben, möglichst sofort mit dem Typen zu vögeln, der ihnen gegenübersitzt?

Ich habe eine lustige Überschrift dazu gelesen: „Ab wann ist in der Kennlernphase Sex ‚angemessen‘“ und mich herzlich darüber amüsiert. Aber letztendlich gilt: „Ist sie notgeil, getraut sie sich im 98 Prozent der Fälle, nicht darüber zu sprechen“, will ein Züricher wissen.

Nach dem Date vögeln - na klar, wenn du Lust hast

Guter Rat ist nicht teuer: Beim größten Frust hilft dir, den erstbesten Mann zu vögeln, mit dem du ein Date hast. Doch auch dazu musst du erst mal ein Date haben, zweitens darf der Kerl nicht zurückschrecken, wenn du die Hand auf seine Penisbeule legst und drittens musst du dabei noch selber mit dir klarkommen. Geht so ungefähr so: „Ich treffe ihn, weil ich ihn vögeln will, und dann vergesse ich ihn.“

Vergiss den Schmus um "gebrochene Herzen"

Oh, da ist schon die Mutti zu hören, oder? „Aber Kind …“ oder die ELLE.

Die meint, dass beim Sex in der ersten Nacht (oder in der zweiten) „das eine oder andere Herz in tausend Splitter endet.“ Gut, das ist dummes Gelaber, aber der Rat lautet:

Wer ein gebrochenes Herz vermeiden will, sollte auf gar keinen Fall eine gemeinsame Nacht nach dem ersten oder zweiten Date anstreben.


Da haben wir’s. Entweder eine Beziehung oder ein gebrochenes Herz. Klischees haben ein längeres Leben als Krokodile, ohne Zweifel.

Zwei Tipps reichen für dein Date mit Sex

Ach, ihr habt nach Tacheles gefragt? Konkreten Tipps, wie ihr den Mann über die Bettkante bringt?

Also dann: Körpersprache ist die beste Idee. Intensive Flirtgesten, die du sowieso beherrscht, und einige, die du noch intensivieren kannst. Wenn er darauf positiv reagiert, vorsichtig anfassen (auf keinen Fall gleich den Unterleib berühren, egal, wo).

Zweitbeste Idee: Direkt, aber dezent und humorvoll fragen. Typische Frage, die viele Männer kennen: „Gefällt dir eigentlich, was du siehst?“ Wenn er „ja“ sagt, gleich nachziehen: „und könntest du dir vorstellen, dass wir den Abend noch ein bisschen verlängern?“ Es geht auch direkter: „ich würde eigentlich gerne noch wo hingehen, wo wir kein Publikum haben.“ Und natürlich der Klassiker: „Wenn du Lust hast, können wir noch ein bisschen zu mir gehen.“ Solltest du ein Menü mit ihm verputzt haben und dich erst beim zweiten Gang entscheiden haben, deiner Lust freien Lauf zu lassen: Sobald der Kellner fragt: „Möchten Sie noch einen Kaffee oder ein Dessert?“ Lehnst du ab und flüsterst ihm ins Ohr: „Das Dessert gibt es bei mir, wenn du magst?“ Oder „den Kaffee verschieben wir auf morgen früh, oder?“

Vergiss nicht, die einmal angeleierte Verführung „heiß“ zu halten, zieh also wirklich das durch, was du selber willst und hol das Beste für dich heraus.

Wenn er dich anschließend wiedersehen will, ist es OK, wenn nicht, muss es aber auch OK sein. Und frage‘ nie, wofür er dich hält. Frag dich, ob du einen Lustgewinn hattest. Und falls ja: Mach einfach so weiter.

Bild: Zeichnung. ca. 30er Jahre, der Autor könnte André Collot gewesen sein. Gezeigt wird hier nur die obere Hälfte des Bildes.

Sind Frauen komplizierte sexuelle Wesen?

Lust haben,solange etwas passiert ...
Solange wir Liebe für kompliziert halten, wird sie auch kompliziert für uns sein. Und solange wir glauben, dass Sex am Ende eines Hürdenlaufs um die Gunst der Partnerin /des Partners steht, kommen wir nie zu wirklicher Erfüllung unserer Lust.

Unterschiede - ja, sicher - aber woher kommen sie?

In der Vergangenheit haben uns Forscher erläutert, worin der Unterschiede im Verhalten von Frauen und Männern bestünden und dies auch begründet. Eine der Interpretationen, die man oft leist: es sei eine Folge der Evolution. Eine Schwangerschaft daure lang, und sie behindere die weiblichen Exemplare. Deshalb hätten die Frauen weniger Interesse an Sex - sie müssten schließlich die Folgen tragen. Das ist sozusagen „Evolution rückwärts erklärt“. Weibliche Säugetiere wählen sorgfältig aus, um gesunde Nachfahren zu gebären - das ist der Ruf der Evolution.

Dasselbe Gehirn, aber anders gesteuert

Heute sind diese Theorien kaum noch haltbar. Frauen sind anders, weil die Natur - Evolution hin, Evolution her - sie mit einer hormonalen Steuerung ausgestattet hat, die von den Männern abweicht. Punkt und aus. Wenn du es jemals anders hörst, handelt es sich bestenfalls um eine Intellektualisierung, schlimmstenfalls um eine Idealisierung.

Und was heißt das nun konkret für dich?

Vor allem, dass Frauen nicht wirklich „kompliziert“ organisiert sind, sondern ihren Lüsten durchaus folgen. Behauptet wird, dass Frauen ständig über ein „hellwaches sozial-emotionales“ inneres Netzwerk verfügen, das „nach Beschäftigung sucht.“ Und die beste Art, dieses Netz beschäftigt zu halten, seien erotische Fantasien. Dies ließen sich nun wieder relativ problemlos in ein erotisches Körperempfinden umwandeln, wenn sie nur scharf genug wären.

Was letztlich heißt: Wenn du wirklich scharf werden willst, brauchst du eher eine heftige Fantasie als einen Menschen mit Penis. Obwohl auch diese Idee ihre Vorzüge hätte.

Am besten, so habe ich das verstanden, ist eine Fantasie plus ein Mensch. Ob es ein Mann sein muss? Da wird dann und wann in Zweifel gezogen, denn

... beim Geschlecht der erotisch Abgebildeten sind Frauen flexibel, solange was passiert.


Nicht nur bei den „Abgebildeten“, wie wir erfuhren. Frauen bezeichnen sich nicht nur stärker als „Bi“ im Vergleich zu Männern - sie lehnen auch immer häufiger die gesamte Klassifikation sexueller „Orientierungen“ ab.

Wohin das führt? Wahrscheinlich zu wesentlich mehr Lust.

Hinweis: Zum Teil wurden aus einem Text von BARBARA aus BRIGITTE zitiert. Der Text weist auf ein Buch von Dr. Franca Pariane hin.

Das Motto für Juli: „Jetzt lieben und richtig entspannen“.

Mit dem Monatsmotto klappt es manchmal und manchmal eben auch nicht. „Zurück zu den Sinnen“ war unser Motto für Juni – aber da wollte kaum jemand hin. Sinnlichkeit, Hautkontakte, Verlieben, alle Arten von Sex?

„Vorsicht!“ schallt es uns von überall entgegen, und mal ganz ehrlich: Ich gebe auch nicht Pfötchen dieser Tage. Und trage manchmal eine Maske, wo’s nicht unbedingt nötig ist. Der Unterschied ist allerdings: Ich bin keine stolze 25 mehr und kann nicht mehr beliebig Risiken eingehen.

Und nun ist schon Juli - richtig Juli mit sommerlichen Temperaturen, Starkregen und Gewittern. Und das Motto?

Jetzt lieben und richtig entspannen!

Das wäre es doch, oder? Mal richtig entspannen, nicht an Viren Denken, nicht an Risiken, sondern einfach … laufen lassen. Die Nase in den Wind halten und schnuppern. Vorsichtig sollt ihr natürlich trotzdem sein..

Früher sagte man ja: „Die (den) muss ich erst mal richtig beschnuppern“. Erst mal aneinander riechen soll wirklich nicht nur für Hunde empfehlenswert sein, sondern auch für uns Menschen. Der Hautkontakt soll bei Sympathie ja auf dem Fuße folgen (nicht nur auf dem Pfötchen).

Und da wäre ich beim Thema: Die Quasselstrippen wollen uns nach wie vor einreden, dass es gut ist, „schriftlich miteinander zu verkehren.“ Aber mal hoppla: das tun eigentlich nur erbitterte Feinde. Für potenzielle Paare ist dies Bullenscheiße („Bullshit“, wenn euch das lieber ist), und sie stinkt zum Himmel.

Und weil das so ist: Die Liebe hebt die Körperschranken auf, sie verfestigt sie nicht. Und genau da liegt der Fehler der sprachgewandten Faktenverdreher. Die behaupten nämlich, dass die Liebe durch sorgfältige Abwägung von Ansichten und Befindlichkeiten entsteht. Wer diesen Quatsch behauptet, sollte sich mal mit dem Begriff der „Konvenienzehe“ beschäftigen. Zurück ins 19. Jahrhundert, wieder eintauchen in die bürgerlichen Wertvorstellungen?

Nein – die Liebe kann uns alle „auf dem linken Fuß“ erwischen, und sie erfordert auf gar keinen Fall von vornherein, „abzuchecken“ was geht und was nicht geht.

Zurück heißt: "zu den Wurzeln der Liebe"

„Zurück zur Normalität“ heißt auf keinen Fall, in die „moderne Konvenienzehe“ einzutauchen, die daran besteht „auf Augenhöhe“ miteinander zu sein und sie an der Bildung oder dem sozialen Stand zu bemessen, wie es heute der Fall ist.

Wenn wir „zurück“ wollen, sollten wir dahin zurückgehen, wo die moderne Zeit begonnen hat: Beim Wandel der Verheiratung durch „Vernunft“ und „Standesbewusstsein“ durch die Liebesheirat.

Also – gebt der Liebe eine Chance.