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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

2022 wird alles wie von selbst gehen

Ging 2021 etwas schief? 2022 läuft alles wie von selbst!

Nein, natürlich wird 2022 nicht alles wie „am Schnürchen“ laufen. Es reicht auch nicht, wenn der große Dirigent seinen Taktstock hebt und das Orchester aus Besenspielern dirigiert. Und die schrecklich kreischende Sopranistin, die auf einer Zigarrenkiste spielt.

Die Männer werden sich vermutlich nicht freiwillig unterwerfen (na ja, jedenfalls nicht alle) und Damen, die den Rohrstock schwingen, werden weiter rar sein. Wobei die rohrstockschwingende Domina möglicherweise auch einfach eine Schlagzeugerin darstellen könnte, die im Ensemble noch fehlt

Und überhaupt: Wir kriegen 2022 nur gemeinsam hin.

Meinen Leserinnen und Lesern nur das beste und gutes Gelingen für eure Vorhaben in 2022.

Das Bild entstammt einem Revueplakat aus der Zeit um 1900 - wenn nicht noch früher.

Das Vergnügen an "ihrer" Wäsche ist ganz auf seiner Seite

Wo haben Sie denn Ihre Hose, Sir?
Ihr werdet es nicht glauben – in der viktorianischen Epoche trug eine erhebliche Anzahl von modebewussten Männern – Korsetts. Sie wollten damit ihre schlanke Taille zeigen, und die Legende weiß, dass es nicht nur die typischen „Dandys“ taten, sondern auch Jäger, Automobilisten und – Soldaten. Vor alle adlige Offiziere sollen dergleichen auch in Deutschland getragen haben. Eine schicke Taille war eben oft nur möglich, wenn der Mann sich schnürte. Der Wandel vom „knackigen Mann“ zum „hübschen Mann“ findet ja immer wieder statt – erinnert sich noch jemand an den Presserummel um die „Metrosexuellen“?

Warum aber trägt der heutige Mann (dann und wann und meist heimlich) die zurückgelassene Wäsche seiner Ex-Freundinnen? Oder: Warum kaufen sich Männer extrem teure Dessous mit Spitzen und Rüschen? Und warum tragen einige Männer heimlich sogar Strapse, die einst „Tanzgürtel“ hießen?

Herrenkorsett, in den 1990er Jahren noch erhältlich

Der sinnliche Gentleman liebt weiche Unterwäsche. oder?

Ein Teil der Gentlemen behauptet, weibliche Dessous seien wesentlich weicher und vermittelten ein angenehmeres Tragegefühl als Feinripp. Sie gehören zu jener Gruppe, die ein Geheimnis daraus machen und sich weder Freunden noch Freundinnen offenbaren. Das mit dem „weicheren“ Material stimmt natürlich nicht ganz – denn sanfte-weiche Stoffe werde mittlerweile auch in ganz gewöhnlichen Slips und Boxer-Shorts verwendet. Dennoch scheinen manche Frauen dieses Argument zu verstehen, auch wenn sie die Haltung als „pervers“ empfinden.

Die diebische Lust, „erwischt zu werden“

Ein anderer Teil hat ein diebisches Vergnügen daran, dass man ihn „erwischen“ könnte. Sie tragen unter Gesellschaft- und Businessanzügen sogar Strapsgürtel und feine Damenstrümpfe tragen. Dazu gehören dann natürlich auch feine seidenartige Slips, die es durchaus auch für Herren gibt.

Was die Männer genau bewegt, so an die Öffentlichkeit zu treten, ist nicht bekannt. Einer Freundin hat mal ein solcher Mann gestanden, er würde ständig daran denken, erwischt zu werden. Das sei zwar nie der Fall gewesen, aber manchmal sei er schon „dicht daran vorbeigeschlittert“.

Damen haben meist Vorbehalten gegen Männer mit der "falschen" Unterwäsche

Und was wäre, wenn eine Dame entdecken würde, dass ein Mann Damenwäsche oder Strapse trägt?

So amüsant der Anblick für manche Frauen auch sein mag – für ein Date eignet sich diese Art der Bekleidung kaum. Immerhin muss der Mann heute damit rechnen, dass er sich seiner Beinkleider entledigen muss, falls die Dame auf „Sofortgenuss“ besteht. Das kommt immer häufiger vor – das Risiko (oh, oh) ist also gegeben. Man könnte nun zwar sagen, dass ein jeder Herr seinen Spleen und seine heimlichen Wünsche hat – aber gerade der Wunsch, weibliche Dessous zu tragen, ist ein Argument, das zunächst gegen eine Partnerschaft spricht – trotz aller Toleranz.

Feminisieren lassen wollen sich die meisten nicht

In diesem Fall sind nicht einmal die Männer gemeint, die sich gerne „feminisieren“ lassen. Das einzige Geständnis, das wir hörten, war die Lust ganz gewöhnlicher, heterosexueller Männer, statt Hemd, Sakko und Hose einmal die entsprechende Kleidung der Damen zu tragen – Bluse, Blazer, halblanger Rock, Strapse und Strümpfe sowie High Heels. „Das Gefühl, dass überall 'Luft herankann' sei das wunderbarste Erlebnis, das ein Mann haben könne“, erzählte uns jemand – und er war kein Schotte.

So bleibt uns nur, über eine Kuriosität zu berichten und über das seltsame Gefühl des Mannes, das ihn beschleicht, wenn seine Hodensäcke in freier Luft schaukeln.

Bilder: Avatar oben © 2021 by liebesverlag.de, Mitte: © (about 1990) by Axfords, Brighton, UK.

Haben Männer eigentlich sensible Brustwarzen?

Keine Haare, wenig sportlich - ob seine Brustwarzen empfindlich sind?
Oh ja - sie haben zwar überwiegend nicht die schönen, großen Brustwarzen, die von manchen Frauen verlockend angeboten werden, aber sensible sind ihre „Nippel“ trotzdem.

Die Lust der Frauen

Was mit den Brustwarzen geht oder nicht geht, weiß nahezu jede Frau, wenn sie ein paar gute Liebhaber hatte. Manche Frauen mögen sanftes streicheln, andere werden total geil davon, wenn sie leicht angesaugt werden, und wieder andere haben tatsächlich Lust auf leichte Schmerzen, wie sie zum Beispiel bei sanften Bissen auftreten. Wachsspiele befinden sich im Mittelbereich - sie sind Herausforderungen und Lustbringer zugleich, wenn man das warme Wachs richtig einsetzt. Die harten Methoden mit „Nippletoys“ sind hingegen eher für Frauen geeignet, die den Schmerz als Herausforderung erleben.

Männer mit Lust auf Nippelspiele

Da Männer viel weniger Erfahrung mit sensiblen Reaktionen ihrer Brustwarzen haben, denken sie oft gar nicht daran, ihre Sensibilität zu testen. Im Grundsatz gibt es drei Möglichkeiten, ähnlich wie bei Frauen:

1. Sie spüren keine Rektionen bei leichten Berührungen (Feder, Fingerspitzen).
2. Sie erleben eine kleine, wohlige Erhöhung ihrer Lust, wenn jemand an ihren Brustwarzen saugt.
3. Sie mögen sanfte Schmerzen, wie sie bei leichten Bissen, Fingernägeln, Eis, Wachs oder Bürsten auftreten.
4. Sie reagieren schmerzvoll-erotisch auf starke Reize, wie sie etwa von „Nippelklemmen“ erzeugt werden.

Weil bei Männern kein Unterschied zwischen „akzeptabler Verwendung von Brustwarzen“ und „abartigen Neigungen“ gemacht wird, liegt eigentlich nahe, den Versuch zu wagen. Dennoch haben manche Männer eine heftige innere Abneigung, sich „wie Frauen erregen zu lassen.“

Wenngleich die Brust der Frauen sensibler sein mag, so ist andererseits auch wahr, dass die „interne Muskulatur völlig gleich gesteuert“ist. Man könne dies, so die Biologie, durchaus an dem Einfluss des Kältereizes erkennen, der die Brustwarzen anschwellen ließe - bei Frauen wie bei Männern.

Ob es eine „Nervenleitung“ gibt, die direkt von den Brustwarzen auf die Genitalien geht? Das wäre sehr unwahrscheinlich. Wesentlich wahrscheinlicher wäre, dass positive Lustimpulse aus allen sensiblen Körperregionen auch die Genitalien positiv beeinflussen. Und das können Zungenküsse ebenso bewirken wie Berührungen der Brüste.

Teils unter Verwendung diese Quelle: Deutschlandfunk.

Der strafende Weihnachtsmann

Nein, den haben wir nicht genommen ...
Währen der „Zwischennächte“, auch Raunächte genannt, serviere ich einige Beiträge und Bilder, die es nur bis ins Archiv geschafft haben, aber dem harten Blick des Wohlanstands und der Qualität nicht standhielten.

Heute haben wir einen Weihnachtsmann mit Rute, der eigentlich einen Weihnachtsartikel zieren sollte.

Future Faking oder Selbstbetrug?

Illusion aus dem 19. Jahrhundert
Aha, da wird mir ein neuer „Dating-Trend“ serviert: Future Faking. Wie immer, wäge ich gründlich ab, bevor ich über sogenannte „Trends“ schreibe. Denn erstens ist noch lange kein Trend, was „dann und wann“ passiert. Und zweitens ist ausgesprochen populär, irgendetwas aufzuschnappen und dem dann einen Namen (ein Etikett) zu verpassen.

Dieser Tage las ich in „Esquire“, es handele sich um einen Anti-Trend, der „ebenso mies“ sei wie ein paar andere, etwa Orbiting oder Ghosting.

Alles Narzissmus oder was?

Wenn wir mal genau hingucken, dann wird der neue „Trend“ oder „Anti-Trend“ mit einem anderen, ständig verwendeten Etikett verwendet: Dem Narzissmus, und der wird nun allerdings relativiert (1):

Die pathologische narzisstische Persönlichkeitsstörung betrifft nach Studien etwa 0,4 bis 0,8 Prozent der Bevölkerung.

Das allerdings scheint nicht ganz zu stimmen, denn laut anderen Quellen sind es immerhin sechs Prozent, wobei auch psychiatrische Diagnosen nicht ganz frei von Subjektivität sind. Dennoch (2):

Männer erhalten die Diagnose mit 7,7 Prozent etwas häufiger als Frauen mit 4,8 Prozent.

Bleiben wir mal bei sechs Prozent, so heißt das, dass du etwa 17 Kandidatinnen oder Kandidaten treffen musst, um auf einen Narzissten oder eine Narzisstin zu treffen. Wobei Frauen erfahrungsgemäß übrigens eher ein „gutes Recht“ für sich in Anspruch nehmen, „übertrieben eitel“ oder gar „anspruchsvoll“ gegenüber anderen sein zu müssen. Das ist dann zwar kein „pathologischer Narzissmus“, aber diese Lebenshaltungen erden ebenfalls als wenig positiv angesehen. Der Trick beim „gewöhnlichen Narzissmus“ ist ja, sich selbst als „zu hoch zu bewerten“ und andere davon zu überzeugen, dass es stimmt. Man sagt abseits der Psychologie auch „Fake It Before You Make It“, was übersetzt etwas so viel heißt: Wenn du andere davon überzeugen kannst, dass du ein besonderer Mensch bist, obwohl es nicht stimmt, dann wirst du auch einer.

Dates, Ansprüche, Betrug und Selbstbetrug

Nachdem dies gesagt und geschrieben wurde, will ich noch einmal auf „erste Dates“ zurückkommen. Unter den Menschen, die darin nicht erfahren sind, gibt es den Trend, die Zukunft gleich bei den ersten Dates (möglicherweise nicht beim allerersten) auszurollen. Das leistet nicht nur dem Selbstbetrug Vorschub, sondern zwingt auch den Partner/die Partnerin, zu weit nach vorne zu denken. Und ist man erst einmal in einer zwar rosigen, aber völlig unscharfen Zukunft, dann gehen die Illusionen eben weiter.

Anspruchshaltung, Selbstbetrug und Illusionen gehen Hand-in-Hand. Das ist leicht beweisbar, denn der „Anspruch“ trifft bestenfalls auf einen von fünf Dating-Partnern zu. Die Spanne schwankt je nach Anspruchshaltung natürlich erheblich. Nun sind wir aber nicht an der Losbude: Nicht jedes fünfte Los gewinnt, sondern dahinter steht wieder ein Mensch, der seinerseits Ansprüche und Lebensentwürfe hat. Die Erfolgsaussichten sinken damit auf wenige Prozent – sogar gegen null.

Und die eigene Verantwortung?

Und auf diese Weise geraten Menschen an Betrüger(innen) und Faker(innen). Und sie betrügen sich selbst, indem sie die Illusionen weiterhin nähren.

Gegenseitige Illusionen verhelfen vielen Menschen immerhin zu einer kurzen, schönen Zeit – aber dann müssen sich beide darüber klar sein, dass ihre Beziehung nicht ewig fortgeführt werden kann.


Quellen: (1) Esquire.
(2) Quarks.

Bild: Joseph Apoux zugeschrieben, der von 1846-1910 lebte. Das Bild wurde retuschiert, weil es im Original zu "offensiv" gewesen wäre.