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Die Züchtigungen der frühen Jahre – Märchen und Realitäten

Erziehung im 15. Jahrhundert - ohne Rute kaum denkbar
Jeder Psychologe, psychologische Berater und selbst die Herren vom Stammtisch und die Damen vom Kaffeekränzchen haben diesen Satz schon einmal gehört:

Ja, ich wurde geschlagen – und es hat mir nicht geschadet!

Und damit haben wir einen Satz vor uns, der vieles offenbart:

Erstens, dass sich unser Partner erinnern konnte, gezüchtigt worden zu sein.

Zweitens, dass er einer der bekannten Mainstream-Aussagen der Psychologie folgt: Etwas, das die in der Kindheit/Jugend zugefügt wurde, könnte dir schaden.

Drittens, dass er genau dieser Aussage nicht folgen will.

Und viertens, falls er es nicht zusammenhanglos sagt, sondern sich selbst meint: Es hat eine Unruhe in ihm ausgelöst, die bis heute nachwirkt.

Ein kleiner, eher unschuldig dahingeworfener Satz – und er ist so verräterisch. Dieser Satz wäre neutraler:

Ja, ich wurde geschlagen, aber ich habe nie irgendwelche Auswirkungen im Erwachsenenalter bemerkt.

Oder auch:

Ja, ich wurde geschlagen, und es wirkt in mir nach, wenn ich …

Ereignisse bewirken etwas - sie teilen sich nicht sofort in Gut und Böse


Wir sehen sofort, das ist nicht von „gut“ oder „böse“ die Rede, nicht von Nutzen oder Schaden, sondern von Ereignissen und Auswirkungen. Und wenn wir nun weiter forschen, welche Auswirkungen körperliche Züchtigungen, Freiheitstrafen (Hausarrest) und psychische Demütigungen (Nichtsnutz, Versager) wirklich haben, dann sehen wir auf stumme Laien und ratlose Fachleute.

Profi-Ansichten beruhen meist auf das Erleben von Minderheiten

Die Profis versuchen normalerweise, mit dem Wissen zu punkten, das ihnen aus ihren Beratungspraxen erwächst. Aber diejenigen, die diese Praxen aufsuchen, leiden offenkundig unter Ereignissen aus ihrer Jugend oder sie kommen mit dem Erwachsensein nicht gut zurecht. Kurz: sie stellen eine Minderheit dar. Die Mehrheit nutzt entweder die gute Qualität ihrer Erziehung oder entkommt den Folgen der miserablen Erziehung.

Ehrlich gegenüber sich selbst zu sein zahlt sich aus

Ich denke, dass wir solche Umstände mit einbeziehen muss, wenn man über die Folgen von Züchtigungen im Erwachsenenalter reden will. Und was die erotischen Komponenten betrifft, so wäre wichtig, welche Anlässe zu den Züchtigungen führten, wie alt die gezüchtigte Person zu diesem Zeitpunkt war und wer die Züchtigungen durchführte.

Jugend ohne Züchtigungen und Psycho-Zwang

Wer ohne Züchtigungen, Zwang, emotionale Erpressungen, Freiheitsberaubung, Demütigungen und anderen Psycho-Strafen aufgewachsen ist, hat in jedem Fall die bessere Ausgangslage als jeder, der irgendwann und irgendwie bestraft wurde. Und es gilt auch ein Satz, der dem oben genannten entgegensteht:

Stell dir mal vor, was für ein toller Mensch du geworden sein könntest, wenn du niemals gezüchtigt worden wärest.

All dies und noch viel mehr habe ich berücksichtigt, als ich über das Thema der lustvollen wie auch der verletzenden Züchtigungen gearbeitet habe. Ich hoffe, es kommt den hier erscheinenden Artikeln über "Wechselbäder" zugute.

Ist Online-Chat eine Alternative zu echten Treffen?

Illusionen im Chat ...
Das sattsam bekannte Virus ist eine Katastrophe für Unternehmen mit direktem Kundenkontakt. Und für alle anderen, die Kontakte zu ihren Kundinnen und Kunden, Klientinnen und Klienten, Interessentinnen und Interessenten aufnehmen wollen, nicht wahr?

Schön - drehen wir die Uhr zurück. Was habt ihr gemacht, als es noch keine Online-Option gab?

Sich jedem anbieten - aber dezent

Frauen haben sich ein hübsches Kleidchen, notfalls auch das „kleine Schwarze“ angezogen und sind zum Tanzen gegangen. Die Verlockung war mäßig, weil alle auf irgendeine Art brav und bieder waren, aber in der Not fraßen die männlichen Teufel eben alles, was gut roch. Anbieten mussten sich alle, sonst ging gar nichts. Und nach und nach lernte jede Frau, welchen Mann sie während des Tanzes auf Armlänge halten musste und an wen sie sich sinnlich schmiegen konnte. Die einen nahmen es nicht so genau, was hieß, dass der letzte Tanzpartner Chancen hatte, auch Bettpartner zu werden. Die anderen trafen sich wieder - in Parks, in Cafés, im Theater ... irgendwo, außer bei Mutti.

Warum ich euch das erzähle? Weil alle wussten, was sie wann, wie und wo tun mussten, um einen Mann zu bekommen und zu halten.

Online-Dating - Lust für manche, Frust für andere

Online-Dating erforderte eine ganz andere Vorgehensweise: Sich für einen einzigen Mann hübsch zu machen, zu wissen, das es entweder um eine Beziehung oder eine Bettgeschichte gehen würde, das war nicht „so wirklich“ romantisch. Aber wie auch immer - die Damen gewöhnten sich dran. Nie so richtig, aber was sollte frau tun? Die Alternative war, mit 40 mit ein paar anderen Frauen Sekt zu trinken und sich darüber zu unterhalten, wie schön sie’s hatten so allein. Klar war und ist das gelogen, aber nach ein paar Gläsern Sekt glaubt frau es eben.

Das "neue" Online-Dating - Qualitätscheck für den Mann

Die Sache ist dann irgendwie aus dem Ruder gelaufen. Im Männer-Luxuskaufhaus wurde das Angebot knapp. Klar, wer nur einen Mann suchte, der noch Haare auf dem Kopf hatte, der kam auch zu Tisch und Bett. Aber die Leckeren unter den Frauen? Oh ... nur Kleinwagen oder Monatskarte? Nur Handwerker? Die Schamhaare noch nicht rasiert? Nicht mal Abitur und nur ein Bausparvertrag?

Nun also sind wir alle „sozial isoliert“. Und was wird uns geraten? Wir sollen chatten.

Im Chat wirst du vom Menschen zum Chat-Objekt

Online-Chats sind entweder belanglos oder risikoreich. Warum sollte jemand darauf eingehen?

Kein Mann, der noch alle Tassen im Schrank hat, wird etwas über sein Einkommen sagen und wahrscheinlich auch nicht viel über seinen Beruf. Er wird über seine Gefühle im Chat so wenig reden wie über seine Ehetauglichkeit. Und er wird dir nicht auf die Nase binden, wie viele (Ehe-)Frauen er schon verschlissen hat.

Männer bevorzugen im Online-Chat Belanglosigkeiten, es sei denn, sie wollten über Sex reden. Die Fremde, also du, ist keine Person, also kann sich der Mann etwas herausnehmen. Wärst du eine Person, die ihm gegenübersitzen würde, täte er das nicht. Ich glaube nicht, dass du solche Gespräche magst - in jedem Fall aber bist du nicht darauf vorbereitet. Du weißt nicht, wann du ihn zu was ermutigen sollst, und du weißt nicht, wie du ihm am langen Arm verhungern lässt.

Was unterscheidet Partnersuchende und Chat-Profis?

Mit anderen Worten: du hast keinen Schimmer, was du „online“ mit einem Fremden besprechen solltest und was nicht. Das wissen nur Animateurinnen oder Camgirls. Die arbeiten von zuhause, haben (falls es ein Video-Chat ist) prima HD-Kameras und schämen sich normalerweise nicht dafür, was sie da tun. Aber du? Hast du schon mal überlegt, was du sagen kannst, wenn dich jemand nach irgendwelchen intimen Details fragt, oder dir der Tapy einfach welche erzählt, die du nicht hören willst? Wie? Das tun die Männer nicht? Dann bist du ziemlich naiv.

Und die partnersuchende Frau? Warum sollte sie sich emotional so entblößen, so wie es die Camgirls körperlich tun? Warum sollte sie über vergangene Ehen, ehemalige Lover, ihren Beruf oder ihre Zukunftsabsichten sprechen?

Und guckt mal - wenn eigentlich kein Bedarf für „Gespräche“ über die Tastatur besteht, warum wollt ihr euch das antun? Um ein bisschen zu flirten? Oder doch mal mit dem Slip zu wedeln?

Ich weiß, dass viele von euch ganz gerne „erotische Gespräche“ in Chats geführt haben - anonym kann es ja toll sein. Aber ernsthafte Gespräche? Solche, die zu intensiven Beziehungen führen, vielleicht gar zu Ehen?

Also ne, wirklich. Wenn jede Minute die Kasse klimpert, kann man sogar das Wehklagen über die Einsamkeit ertragen. Aber wenn dir jede Minute deiner Zeit gestohlen wird, weil dich ein Typ vollabert?

Hast du einen Teddybären?

Denk noch mal nach. Und falls du noch einen Teddybären hast: Versuch es mal mit dem. Nicht das mit dem Sex - das mit dem Sprechen über heikle Themen.

Anpassen ist einfacher als Verändern

Ein Artikel zu "Wechselbäder" - als Ergänzung gedacht, denn von Lust und Liebe wirst du hier wenig lesen.

Warum passen sich Menschen an, und warum gelten sie dann als unterwürfig? Wenn du diese Frage einem Menschen stellst, der kaum jemals ein Buch über Psychologie gelesen hat, aber sehr lebensklug ist, wird er dir die Wahrheit sagen: Weil es einfacher ist, sich anzupassen.

Attribute wie brav sein, nett sein, liebevoll sein, höflich und zurückhaltend zu sein … wer hätte sie nicht schon gehört. Noch vor 50 Jahren wurden sie als ganz selbstverständlich für die Partnerschaft vorausgesetzt.

Die stille Macht durch Anpassung

Die meisten von uns lernen recht früh, dass es einfacher ist, sich „irgendwie durchzulavieren“, also seine Wünsche und Bedürfnisse gut zu kaschieren. Wer sich äußerlich anpasst, fällt nicht auf. Wer hingegen darauf pocht, sein Leben in einer anderen Art zu führen, wie es die große Masse vorlebt, der muss kämpfen. Diese Kämpfe erzeugen Konflikte, und Konflikte müssen ausgehalten werden. Das kostet ständig Kraft, und nicht jeder will sie ständig aufbringen.

Nun ist es allerdings so, dass „Anpassung“ nicht identisch mit Machtlosigkeit ist. Bestimmte Wünsche bleiben, und was sich mit Macht- und Positionskämpfen nicht erreichen lässt, kann eventuell eingetauscht, erschlichen oder erkauft werden. Manche Eigenschaft, die uns zunächst als devot erscheint, etwa jemanden „nett zu bitten“, statt etwas einzufordern, kann Erfolg haben. Warum eigentlich nicht? Bitten, Beharrlichkeit, konsequentes Handeln, solange es keine Barrieren gibt, warum eigentlich nicht? Viele vermeintlich „Stille Wasser“ bauen „inoffizielle Kommunikationsnetzwerke“ auf, die ihnen nützen, finden Fürsprecher und Gönner – alles ganz normal. Mancher findet Lücken in festgefahrenen Systemen, in die er (oder sie) leicht hineinschlüpfen kann.

Schließlich – und erst das ist die wirklich negative Seite – gibt es noch Launen oder Intrigen, die sich trefflich zur Manipulation eignen.

Partnerschaftliche Anpassung – Not oder Tugend?

Seit Beginn der 1970er Jahre ist in Mode gekommen, sich selbst zu verwirklichen, das heißt, sich nicht mehr von anderen ziehen (oder gar schubsen) zu lassen, um ein Leben miteinander zu führen. Das hat zunächst zu einer Befreiung geführt, weil Paare nicht mehr so abhängig voneinander waren und sich mehr Freiräume gönnten. Dann aber, gegen 1990 bis heute, begannen viele Menschen, „Ansprüche“ an eine Partnerschaft zu stellen, die nur noch schwer oder eben gar nicht mehr erfüllbar waren. Man kann dies in einem Satz sagen: „Ich will eine Partnerschaft, aber nichts dafür aufgeben, was ich habe und zu sein glaube.“

Damit wird unweigerlich die Frage nach der Dominanz gestellt – und die Anpassung beiseitegeschoben. Wollens ich beide Teile in gleicher Weise und auf den gleichen Gebieten „selbstverwirklichen“, dann gibt es Ärger. Verzichtet einer von beiden, dann fühlt er sich auf Dauer beengt.

Ein bisschen Normalität

Allerdings gilt dies nicht immer, nicht überall und nicht für alle Paare. Wer sich gerne einem anderen anschließt, wer einem anderen folgen mag oder wer sehr verliebt ist, wird sich eher anpassen als jemand, dem die Liebe eigentlich als zweitrangig erscheint.

Die Lösung für starke Persönlichkeiten

Die Lösung ist einfach und doch kompliziert: Zu wissen, wann man sich anpassen kann, wann man sich durchsetzen möchte und wann man sich eher „ganz fallen lassen“ will und das Selbstbewusstsein deshalb vorübergehend an die Garderobe hängt.

Toleranz, Rollenflexibilität und Kompromissbereitschaft sind dazu nötig – und sie wird vor allem von jenen gefordert, die starke Persönlichkeiten sind.

Die vermeintlich Schwachen? Sie herrschen im Verborgenen

Die vermeintlich „Schwachen“? Sie tun das, was ihre Vorfahren schon getan haben: „Lieb und nett“ zu sein, um im Hintergrund eben doch ihre Bedürfnisse durchzusetzen. Es ist eben wesentlich einfacher, sich anzupassen.

Herrschen und Unterwerfen ohne Psychologie

Bis zum19. Jahrhundert bestimmte der Mann nach Gutdünken
Wechselbäder - der erste Teil

Wer von der Möglichkeit der Beherrschung wie auch der Unterwerfung reden will, sollte bei unserer physischen und sozialen Existenz anfangen. Wir sind Primaten. Wir kommunizieren über unsere Körper weit mehr, als uns manchmal lieb ist. Wir sind darauf programmiert, in einer Situation zu flüchten und in einer anderen standzuhalten. Wir können über andere Macht ausüben, ja, wir können sogar körperliche, soziale und psychische Gewalt auf sie anwenden. Das alles ist teils verboten, andernteils verpönt und drittens durchaus ein Mittel der Disziplinierung, also der Unterordnung unter die Gesetze der Horde, in der wir uns bewegen.

Vor nur 125 Jahren noch die Regel: Schläge für Untergeordnete

Wem das befremdlich erscheint, der mag bedenken, dass noch im 19. Jahrhundert die Prügelstrafe zu den üblichen Disziplinierungsmaßnahmen gehörte, die man den Sträflingen, dem Gesinde, den Ehefrauen sowie den Söhnen und Töchtern antun durfte.

Was macht die Natur heute noch mit uns?

Doch „zurück zur Natur“. Wir haben sowohl das herrische wie auch das devote Verhalten in unsrer eingebauten Primaten-Entwicklung. Wir üben Macht aus und unterwerfen uns der Macht. Da wir nicht zumeist mal in der einen, mal in der anderen Rolle sind, kennen wir beide Zustände recht gut. Bleiben wir mal bei der devoten Einstellung: Wir weichen der Gewalt, ziehen den Kopf ein, versuchen, den anderen mit Demutsgesten mild zu stimmen, erröten und entschuldigen uns selbst dann noch, wenn wir uns nicht schuldig fühlen.

Unser Erbe - ohne Kultur

Somit haben wir das Werkzeug geerbt, zu herrschen oder und unterzuordnen. Es gibt zahnlose Beispiele dafür, wie harsch insbesondere die „Untergebenen“, namentlich Frauen, das Gesinde oder Kinder, diszipliniert wurden, wenn sie es wagten „wider den Stachel zu löcken“ oder gar selbstbewusst aufzutreten.

Die minderwertige Frau - auch im Abendland

Seit alter Zeit gelten die Frauen, insbesondere durch den Einfluss des Christentums, als „minderwertig“. Sie hatten demütig und unterwürfig zu sein, und wehe, sie waren es nicht(1). Aus dieser langen und schrecklichen Zeit stammt die Mähr, Frauen seien von Natur aus devot. Das ist solange glaubwürdig, wie sie nicht zu Macht kommen und in der Lage sind diese brutal umzusetzen – auch gegen andere Frauen. Wer daran zweifelt, mag sich in der Geschichte umsehen.

Die alten Regeln taugen nichts - Frauen sind nicht devot

Heute können wir mit der Dominanz und der Unterwerfung spielerisch umgehen. Das heißt, wie können diese Rollen im Alltag annehmen, abgelegen, wechseln, verändern oder auch fallweise anwenden. Und zudem können wir uns, wenn wir genügend selbstbewusst sind, auf soziale oder erotische Rollenspiele einlassen, die um Dominanz und Unterwerfung kreisen.

(1) Unter den vielen Beispielen sei das "Rezept für die bösen Weiber" von Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen erwähnt. Die Geschichte datiert von 1672. und schildert, wie ein Edelmann seine Gattin bis aus Blut peitschen ließ und sie dann in eine "Kuhhaut einnähen" ließ. Wer dem Erzähler Grimmelshausen misstraut, kann auf "Arsfemina" Beispiele finden.

Bild: Nach einer anonymen Zeichnung, nachbearbeitet.

Das Thema für April: Wechselbäder

Wechselbad der Empfindungen
„April, April, der macht, was er will“, so sagt es jedenfalls der Volksmund. Wer bei Google sucht, wird erst fündig, nachdem er den Pfarrer Kneipp und seine Fußbäder hinter sich gelassen hat und die „Wechselbäder der Gefühle“ betrat.

Heiß und kalt? Wachs und Eisstücke? Küsse und Schläge? Heiße Leidenschaft und danach plötzliche Distanzierung? Sich mal zu Frauen hingezogen fühlen, dann wieder zu Männern?

Oder vielleicht gar: Mal dominant sein und dann wieder devot?

Wir hoffen auf jede Menge Impulse von euch, auch wenn wir schon Ideen haben.

Bild: historische, anonyme Illustration.