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Warum dein Männer-Typ vielleicht nicht die richtige Wahl ist

Eigentlich ist es einfach, aber zu erklären ist’s schwer. Ein Freund hat mir’s mal so verklickert: Wenn du ein Buch, eine CD oder sonst was kaufen willst, von dem du nichts verstehst, kaufst du es nach der Hülle. Das wissen die Verleger, Produzenten oder Hersteller genau und sie machen die Hülle dann attraktiver als das, was drin ist.

Nun, und so ist es beim Mann: Du kaufst die Hülle. Seine Augen versprechen Emotionen, seine Mimik Erfahrung, und seine Gesten Weltläufigkeit. Und du denkst: ja, den will ich. Der wird mich lieben und verehren, beschützen und so kunstvoll vögeln, dass nicht nur die die Matratzen vor Wonne quietschen. Ach, so ein Mann …

Das tut er auch, wenn er dich gerade mal will. Und wenn nicht, dann holt er sich mit seinen vermeintlich positiven Eigenschaften eben eine andere ins Bett – fällt ihm ja nicht schwer. Seien Weltläufigkeit, ob vorgetäuscht oder nicht, imponiert nahezu jeder Frau, die einen „erfahrenen Mann“ will. Und seine Emotionen liegen an der Oberfläche, was ja nun wirklich für ein Wochenende zu zweit reicht, und nein, er muss sie nicht einmal vortäuschen. Er ist es so gewohnt, das ist alles. Und vögeln kann er natürlich vorzüglich – auch ein Grund, ihn sich „mal wiederzuholen“, oder „ja“ hinzuhauchen, wenn er sich mal wieder meldet.

Nur: hey, das ist kein Mann für eine Beziehung. Wir haben gar nicht davon gesprochen, wie er sein Geld verdient, oder? Auch von seiner Bildung oder Ausbildung wissen wir nichts. Eigentlich haben wir ihn uns aus dem Märchenbuch herausgesucht: weltläufig, erfahren, emotional, guter Lover.

Es kann sein, dass du einen Mann triffst, der alles ist, was ich genannt habe, und der außerdem das Geld und die Fähigkeit hat, mit dir eine Existenz aufzubauen. Ich kenne ein paar Fälle, aber da waren die Männer Ingenieure, Lehrer oder Kaufleute. Also eigentlich Leute mit eher langweiligen Berufen, aber interessantem Aussehen und guten Anlagen.

Und da kommst du: Falls du zu ihm passt, dann versuche mal, dich wirklich an ihn zu binden – nicht mit Kinkerlitzchen, sondern mit Bärenfallen. Männer bleiben, wenn sie ihren Honig bekommen, und davon kriegen sie nie genug. Na ja, das ist nur ein Bild. Aber du musst mehr für ihn sei, als jede ander auch. Und dafür musst du sorgen.

Kannst du englisch lesen? Dann lies über die Eigenschaften, die du willst, die dir aber vielleicht doch nicht guttun.

Ich gerate immer an den Falschen



Wer kennt es nicht, das beliebte Frauenlamento „ich gerate stets an den Falschen“. Fragt man ein wenig nach, so können einem diese Frauen weder sagen, was denn nun eigentlich das „Falsche am Falschen“ war noch, was denn „das Richtige am Richtigen“ sein müsste. Die Psychologie versucht dies mit verborgenen Beziehungsmustern zu erläutern, die in der Kindheit entstanden sind. Demnach haben Mädchen, die in ihrer Jugend stabile, positive Beziehungen zu ihren männlichen Verwandten entwickelten, die besseren Chancen, einen „wirklich guten“ Partner zu finden.

Fade Erklärungen der Psychologen: Falsch und Aussichtslos

Das Problem mit dieser Art von Psychologie: Die Erklärung, warum etwas „schief gegangen“ ist in der Jugend, interessiert den Erwachsenen nicht wirklich, sondern gibt ihm lediglich ein Alibi für sein Fehlverhalten: „Ich bin von meinen Eltern verdorben worden, also bin ich so“ könnte eine vereinfachte Lebensformel werden. Sollte dieses „psychologische“ Ergebnis aber gar nicht zu treffen, so wird daraus eine Lebenslüge – und möglicherweise ein Desaster.

Selbstverständlich orientieren sich nicht alle Psychologen an Sigmund Freud, der die Ursache aller Probleme in der Jugend vermutete. Vielfach wird eher angenommen, dass die Wünsche und Vorstellungen der Partner von vornherein nicht übereinstimmten, diese Tatsache aber durch allzu große Verliebtheit überdeckt wurde: Die Frau machte sich Illusionen über den Mann, die sich später nicht erfüllten: Wieder geriet die Frau also „an den Falschen“.

Ist der "falsche Mann" einfach der bessere Samenspender?

Nun ist übertriebene Verliebtheit ja das Lockmittel von Mutter Natur, um Paare überhaupt zueinander, aufeinander und ineinander zu bringen. Der Liebesrausch soll sie zur Kopulation zwingen. Die eher naturwissenschaftlich orientierten Wissenschaftler nehmen daher an, dass Frauen deshalb „an den falschen Mann“ geraten, weil sie im Zustand rauschhafter Verliebtheit ungefähr so benehmen wie ein Affenweibchen: Am bestehn, man gefällt den Oberaffen, dann hat man den besten sozialen Status und bringt die gesündesten Nachkommen zur Welt.

Doch auch das reicht offenbar nicht als Erklärung: Würden nämlich alle Frauen, die „immer an den Falschen“ geraten, so handeln, so müssten sie alle mit „tollen Hechten“ scheitern. Beobachtungen zeigen jedoch, dass dies nicht unbedingt der Fall ist – der „falsche Mann“ kann ebenso gut ein sanfter, väterlicher und sensibler Mann sein.

Märchenkultur und Frauenraub: Hoffen auf den Prinzen

Als weitere Erklärung böte die feminine Märchenkultur, die angeblich fest in viele Frauenherzen implementiert ist: “Ich bin hier unter lauter Zwergen – hol mich raus, du toller Prinz“. Obgleich es unwahrscheinlich ist, dass dieser Hang allein der Märchenkultur der Bildungsschichten im 19. Jahrhundert zu verdanken ist, könnten die Ursachen auch archaischer sein: Frauen, die aus ihrer Kleingruppe von fremden Stämmen herausgeholt werden, hätten die Chance, durch „frische“ Gene gesünderen Nachwuchs hervorzubringen.

Die Aussage „ich gerate immer an den Falschen“ muss allerdings noch unter einem ganz anderen Aspekt gesehen werden: Wer völlig irrationale Vorstellungen von den Möglichkeiten einer Beziehung hat, wird immer enttäuscht werden. Die heutigen Vorstellungen vom „Traummann“ und von „Mr. Right“ sind völlig überzogen und reichen selten für ein ganzes Leben, denn der „wirklich passende Partner“, wie es heute in der Werbung einer Partneragentur heißt, muss viele Facetten haben, die für möglichst unterschiedliche Bereiche des Lebens tauglich sind. Dazu sind freilich Kompromisse nötig – und wenn Frauen allzu sehr auf einen Traummann fixiert sind, erkennen sie nicht, dass genau diese Kompromisse den Schlüssel zu einem lebenslangen Glück bilden.

Wenn der falsche Mann der fatale Mann ist

Auch die Möglichkeit, sich in die Falle einer paradoxen Beziehung oder einer „fatalen Attraktion“ zu begeben, darf nicht unterschätzt werden: Eine Frau, die einen reichen Unternehmer heiratet, darf heute durchaus emanzipiert sein, aber sie darf auf keinen Fall annehmen, dass ihr Mann auf Dauer viel Zeit für sie aufwenden wird. Sucht sich eine Frau auf der anderen Seite einen wirklich tollen Mann, der “ganz Mann“ ist und auch noch gut aussieht, so muss sich sie darüber klar sein, dass sie ihn selten nur für sich allein haben wird, auch wenn seitens des Mannes der gute Wille dazu zunächst durchaus vorhanden ist.

Nimmt man alles zusammen, was Frauen dazu verführt, „immer an den falschen Mann“ zu geraten, so kann man es in einem Satz zusammenfassen: Mangelnde Anpassung an die kulturellen Gegebenheiten gepaart mit falschen Vorstellungen von sich selbst. Das bedeutet nun gar nicht, dass eine Frau nicht gegen alle Konventionen handeln dürfte und sich niemals einen „total verrückten“ Mann nehmen sollte. Es bedeutet lediglich, dass die ständige Wiederholung des gleichen Problems darauf schließen lässt, dass viele dieser Frauen einfach „fehlangepasst“ sind. Übrigens spricht nichts wirklich dagegen, in einer Gesellschaftsordnung fehlangepasst zu sein – denn daraus entstehen auch Innovationen. Probleme mit fehlerhaften Anpassungen beginnen erst, wenn man darunter leidet – und wer lamentiert “ich gerate immer an den Falschen“, der leidet offenbar.

Bewusst zum "falschen Mann" bekennen oder das Leben gründlich umkrempeln

Die gute Nachricht: Dagegen kann man etwas tun. Die erste Möglichkeit wir gelebt, aber nicht veröffentlicht: die ständige Wiederholung von überschäumender Lust und tiefem Leid in das eigene Leben zu integrieren und vielleicht gegen 40 oder 50 noch einmal die Kurve auf dem Weg zu einer permanenten Liebe zu finden. Die zweite Möglichkeit ist schwerer, dorniger und für viele Frauen weniger akzeptabel: Der Weg hinaus ist durch die Tür, oder mit anderen Worten: endlich mal die lieb gewordenen Männer-, Lust- und Liebesbilder verlassen und sich auf den Weg in ein unbekanntes Leben zu machen, das möglicherweise erhebliche positive psychische Überraschungen bereithält.

© des Bildes oben: 2007 by idhren