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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Gaslighting, Manipulation, Narzissmus und Partnersuche

Francesco Luigi Maria Benevolo - Ilusionist, Manipulateur
Dieser Artikel ist ein Essay und behandelt nicht alle Aspekte der Manipulation in Partnerschaften. Er kann aber dazu beitragen, bestimmte Aspekte des menschlichen Seins ins rechte Licht zu rücken und Irrtümern vorzubeugen.

Der Grat zwischen „Gaslighting“ und wohlwollender Kritik ist nicht nur schmal, sondern ein wahres Minenfeld. Was mir sofort auffiel, als ich die vielen Artikel und Stellungnahmen zu „Gaslighting“ las, war dies: Frauen werden vorzugsweise als Opfer dargestellt. Und in vielen der Artikel, die dazu veröffentlicht werden, wird ein Irrtum verbreitet: Manipulation sei von Grund auf verwerflich.

Manipulation ist nicht grundsätzlich negativ

Überwiegend der Volksmund verachtet „Manipulation“, weil er glaubt, dahinter stünde immer ein unzulässiger Übergriff auf die Psyche durch andere. Das ist ein Irrtum, denn der Eingriff in das Leben anderer ist ein Element des Menschseins. Wir lesen:

Jeder Mensch hat eigene Interessen und Wünsche, die er durchsetzen möchte. Diese stoßen jedoch bei anderen nicht immer auf Zustimmung, was dazu führt, dass jeder von uns versucht, andere zu beeinflussen – zu manipulieren. Manipulation ist also etwas ganz Menschliches, was per se nicht gut oder schlecht ist.

Die Wahrheit über Manipulation

Wir werden manipuliert, bevor wir überhaupt wissen, was „Manipulation“ bedeutet. Eltern, weitere Verwandte, Erzieher und andere Personen und Gruppen sind daran beteiligt. Das heißt, die Gemeinschaft versucht, uns zu bestimmten Verhaltensweisen hinzuführen, die wir nicht „von Grund auf“ besitzen. Das wird oft beklagt, ist aber nicht nur üblich, sondern auch notwendig.

Andere Versuche der Manipulation, wie etwa das Werbefernsehen, sind offenbar sehr erfolgreich – sonst würde es sie nicht geben. Kaum jemand beklagt sich, wenn für Haarpflegemittel oder Kosmetika geworben wird – mit einem enormen Potenzial an Manipulation. Also nehmen wir hin, dass wir im Grunde genommen nicht nur manipuliert, sondern von der Werbung verhöhnt werden.

Was ist nun so negativ an der Manipulation durch andere?

Die Antwort ist einfach: Wenn wir unsere Werte und Handlungsweisen aufgebaut und erprobt haben, wollen wir nicht, dass sie wieder zerstört werden. Wir empfinden es als Manipulation, wenn es jemand versucht. Denn diese Art von Manipulation greift unsere Persönlichkeit an und damit auch unseren Selbstwert. Also versuchen wir, solche Manipulation abzuwehren – übrigens unabhängig davon, ob sie uns schaden oder nutzen. Auch Korrekturen der Persönlichkeit oder der Verhaltensweisen sind oft angebracht oder gar erwünscht.

Wenn kriminelle Energien frei werden

Doch es geht noch weiter: Gelegentlich kommen wir in Kontakt mit Menschen, die mit krimineller Energie versuchen, unser Selbstbild zu zerstören, um Macht über uns zu gewinnen. Dann ist es Zeit, die Alarmglocken zu läuten.

Und an diesem Punkt werden wir mit der „kriminellen Energie“ konfrontiert. Sie speist sich aus dem Bedürfnis, Macht über andere zu gewinnen. Teils wird sie unbewusst eingesetzt – dann aber auch wieder bewusst. Als „kriminell“ bezeichne ich sie, wenn sie bewusst eingesetzt wird, um anderen zu schaden und sich selbst zu überhöhen.

Hinweis: der Artikel ist dreiteilig. Im nächsten Teil liest du mehr über verschiedene Formen der Manipulation ...

Bild: Zirkusplakat, etwa um 1900.

Frauen als Wilderer: Sind verheiratete Männer begehrter?

wer zieht wen ins lotterbett?


Einer der bekanntesten Sätze aus dem Repertoire der weiblichen Straßenweisheiten ist der Satz „Männer sind wie Toiletten: Entweder sie sind beschissen oder sie sind nicht frei“.

Trotz der Übertreibung fühlen sich viele Frauen in diesem Urteil durch den Alltag bestätigt: Diejenigen, die ihnen wohl gefallen würden, sind vergeben, und diejenigen, die frei sind – nun ja – das wären eben die Kompromisskandidaten.

Sind "freie" Männer wirklich "beschissen"?

Wie jede Straßenweisheit, so hat auch diese ihre wahren und unwahren Seiten. Tatsache ist, dass besonders attraktive Männer, die zudem noch bindungswillig und kinderlieb sind, von den infrage kommenden Frauen rechtzeitig weggefangen werden. Der frühe Vogel fängt auch hier den Wurm, und wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben – um bei den Volksweisheiten zu bleiben. Falsch ist, dass der Rest „beschissen“ ist – die guten Eigenschaften wurden nur nicht so schnell entdeckt, und manche Männer entwickeln die interessanten sozialen Eigenschaften auch erst später. Wer allerdings gegen 40 ist, ein beruflich wie privat unstetes Leben geführt hat und zudem möglicherweise noch einem schwer zu erfüllenden sexuellen Wunsch (Fetischismus, SM, alternatives Zusammenleben) verfallen ist, der gilt unter Frauen nun tatsächlich als verrotztes Subjekt.

Weibliche Strickmuster für Beziehungen mit gebundenen Männern

Das Strickmuster der Frauen bei verheirateten Männern sind denkbar einfach:

- Weiß sie, dass der Mann verheiratet ist, so ist es ihr ein Vergnügen, den Mann hin und wieder „auszuleihen“ – das gibt „ihr“ das Gefühl, Sieger im Kampf ums Männchen zu sein, ohne sich binden zu müssen.

- Weiß sie nicht, dass er verheiratet ist, schätzt aber die Eigenschaften verheirateter Männer, dann wird sie angeblich immer wieder „diesen Schuften“ verfallen und hernach öffentlich lamentieren, dass alle Männer Schweine sind.

Täter und Opfer? Alles eine Frage der Sichtweise

Wer in diesem Zusammenhang Täter und Opfer ist, ist lediglich von der Sichtweise anhängig. Männer, die von Frauen angeschmachtet werden, sagen selten „Nein“, nur weil sie verheiratet sind, und viele Männer sagen bereits: „Mit dem Ehering am Finger habe ich besser Chancen bei den Frauen als ohne.“ (Falls ihr doch „ohne“ gehen wollt: Ersetzt den Ehering durch einen Schmuckring, denn Frauen erkennen sonst den Abdruck des Eherings).

Ei, wie lustig ist die Forschung

Besonders lustig ist, die Ergebnisse von Forschungsarbeiten zu sehen, weil sie zu höchst unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Die Forscher sind ja aufs Simulieren angewiesen, das heißt, sie schicken keine Studentinnen in die Betten verheirateter Männer, sondern arbeiten mit Trockenübungen nach dem Motto: „Wenn ich der Studentin sage, dass ein Mann auf einem Foto verheiratet ist, wird sie ihn dann attraktiver finden?“ Das ist (überspitz ausgedrückt) ungefähr so, als wenn man diskutiert, wann Wasser gefriert, ohne tatsächliches Wasser und ein Thermometer zu haben. In der Tat wurden in den letzten 10 Jahren zahllose Studien dazu veröffentlicht, von den einige zu dem Schluss kamen, dass Frauen interessierter an „gebunden“ Männern wären, als an „freien“. Zitat:

Single Frauen waren interessierter am Wildern eines verheirateten Mannes als einem ledigen Mann nachzujagen. Interessanterweise deutet dies darauf hin, dass Frauen gerne Männer nachjagen, die für sie weniger verfügbar sind.


Diese Studie wird oft zitiert, wenn Artikel unter dem Titel „vergebene Männer sind attraktiver“ oder „Der Ehering eignet sich zum Flachlegen“ erscheinen. Sie wurde von Jessica Parker und Melissa Burkley von der Oklahoma State University am 22. Januar 2009 erstellt und seither von naiven Journalisten überall als “aktuelle wissenschaftliche Studie“ verkauft. Wer es wissen will: Sie wurde mit dem üblichen Forschungsmaterial, also Studentinnen und Studenten, erstellt und blasiert auf den Ergebnissen an 184 Probanden.

Das scheue Rehlein auf der Lichtung und der böse Jägersmann

Wer jagt nun also wen? Die Frage ist schwer zu beantworten. Das Wort „wildern“ trifft am ehesten auf Frauen zu, die genügend skrupellos sind, sich bei der besten Freundin den Mann als Liebhaber auszuleihen. So weit es das „jagen“ betrifft, behaupten Frauen ja gerne, die Flinte nicht einmal in die Hand zu nehmen, sondern nur als Rehlein auf der Lichtung zu grasen, bis ein Jäger vorbeikommt und „komm mit, Süße“ sagt.

Welche Rolle: "Jägerin", "Wilderin" oder "Freiwild"?

Von solchen Klischees sollte man sich allerdings freimachen. Bei der Partnersuche gibt es weder typische Jägerinnen noch typisches Freiwild – jede Frau nimmt die Rolle an, die sie am besten spielen kann oder auf die sie programmiert wurde.

Man mag über Rollen denken, wie man will: Hauptsache, man kann sie spielen. Die Einzigen, die dies nicht können, sind diejenigen Frauen, die immer wieder behaupten, sie würden „auf verheiratete Männer hereinfallen“ – entweder es ist für sie besonders lustvoll, hereinzufallen, dann sollten sie aufhören, theatralisch zu lamentieren, oder sie sollten sich dringend einmal einer Therapie unterziehen.