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 Liebeszeitung - Liebe, Lust und Sex

Nüchterne Gedanken über sexuelle Dreier

Dreier im Stil der 1950er Jahre
Drei ist nicht einfach eine Zahl – drei ist eine der aufregendsten Erweiterung der intimen Begegnung, die jemand erfahren kann. Doch halt: Sexuelle Lüste zu befriedigen, bedeutet nicht nur, dass Frau und Mann ineinander versinken und dabei Sperma fließt.

Für die genauere Betrachtung legen wir mal alle moralischen Bewertungen zur Seite.

Eine nüchterne Sicht auf den sinnlichen Körper

Sexuelle Lüste entstehen bei Personen, indem die sinnlich empfindlichen Körperteile gereizt werden. Als „erogene Zonen“ kann dabei die gesamte Hautoberfläche angesehen werden. Intensive Reizungen werden an den Genitalien, in der Mundhöhle und den Brustwarzen empfunden.

Geschlechtsneutral und für Personen mit Penis

Soweit die passive Seite. Aktiv gesehen, gebrauchen alle Personen vor allem die Finger, die Lippen und die Zunge, um diese Reize auszulösen.

Personen mit einem Penis haben eine weitere aktive Möglichkeit, während sie passiv ähnlich behandelt werden können wie alle anderen Personen auch. Mit Hilfsmitteln (sogenannten „Toys“) lasse sich bei nahezu allen Personen besonders intensive lustvolle Reize erzeugen.

Was wir daraus erkennen? Außer dem aktiven Gebrauch des Penis gibt es bei Dreier im Grunde keine Unterschiede zwischen den Möglichkeiten von Frauen und Männern bei Dreiern. Rein theoretisch sind „Dreier“ also möglich zwischen

- Zwei Frauen und einem Mann.
- Zwei Männern und einer Frau.
- Drei Frauen.
- Drei Männern.


Wer hat den Nutzen vom Dreier?

So weit – so gut. Doch eine der wirklich offenen Fragen ist: Wer profitiert von einem Dreier? Wer hat den größten Lustgewinn, wer den geringsten? Und wie wird die „dritte Person“ angesehen? Ist sie eine Marionette des Paares, das einlädt? Wird ihm/ihr wirklich Respekt entgegengebracht? Und nicht zuletzt - wer lädt überhaupt ein? Was, wenn zwei Männer eine Frau einladen oder zwei Frauen einen Mann? Ist das „Einhorn“ dann allein in wogender See?

Das sind nur einige Fragen – und wer Antworten weiß, ist herzlich eingeladen, uns eine E-Mail zu schreiben. Gefragt wird nicht nur nach persönlichen Erfahrungen, sondern auch nach weiteren Quellen im Internet und außerhalb des Internets.

-Adresse

Die Dritte im Bunde – ohne Bindung

Das Einhorn schaut nicht einfach zum Fenster rein ...
Vor einigen Monaten las ich in einem Blog, dass es auf der Welt eine ungeheuer große Anzahl von „Einhörnern“ gäbe. Sie alle würden darauf warten, das dritte Glied in der Kette einer Zweierbeziehung zu werden. Allerdings ist das Blog, aus dem diese “Dating-Nachricht“ kam, eine Art Werbung für Swinger-Partys. Ich wurde erst viel später daran erinnert – als ich las, welche Personen „am geeignetsten“ wären, „die dritten im Bunde“ zu sein.

Reden wir zunächst über die Konstellation, weil sie die Grundlage bildet.

Das "Einhorn" - ein überwiegend rarer Typ Frau

Da ist ein Ehepaar, bei dem die Ehefrau gewisse Bi-Sehnsüchte hat, während beide (also Frau und Mann) eine lustvolle Ergänzung in einer „Dritten“ suchen. Das heißt dann MFF oder FFM, aber eigentlich ist es eine besondere Beziehung: Zwei, die sich ziemlich genau (auch intim) kennen, suchen eine Dritte, die ihre Beziehung lustvoll bereichert. Solche Frauen sind rar, was letztlich heißt: Die Nachfrage ist groß, das Angebot klein. Und die Frage, die zuerst auftaucht, ist: Die Dame klopft nicht eines Tages an die Fensterscheibe und zeigt ein Schild hoch: “Ich bin euer Einhorn.“

Gute Freundin, weitläufige Bekannte ... oder lieber eine völlig Fremde?

Also wird Paaren angeraten, zu überlegen: Darf die Nummer drei eine gute Freundin sein? Oder wäre eine weitläufige Bekannte besser geeignet, oder sollte es besser eine völlig Fremde sein?

In einem Zeitungsartikel heißt es:

Für jede dieser Entscheidungen gibt es unterschiedliche Gründe, einschließlich der Frage, wie frei Sie sich während des Dreiers fühlen werden und ob Sie einander Zukunft zufällig aufeinander stoßen würden.

Dabei zeigt sich nun allerdings, dass von der „Dritten“ zumeist Qualität, Qualifikation und Erfahrung verlangt wird. Solche Eigenschaften finden sich möglicherweise in „einer großen Gruppe von Freundinnen, die sexpositiv und zugleich abenteuerlustig sind.“

Die letzte Hürde - warum die Fremde möglicherweise die beste Wahl ist

Und dennoch – da wäre eine Hürde zu überwinden, die jede Ehefrau plagt – unabhängig davon, wie offen sie für einen Dreier ist. Nämlich die Befürchtung, dass aus dem „Dreier“ eine Beziehung entstehen könnte. Dann würde die „Freundin“ schnell zur Rivalin werden.

Nach reiflicher Überlegung – so erzählte ein Paar, habe man sich dann für eine Frau von einer „Begleitagentur“ entschieden, die sich am Ende als talentiert und einfühlsam erwies.

Verblüffung und Scheinwelten

Das mag auf den ersten Blick verblüffend klingen. Wer schon einmal erotische Fantasiegeschichten über „Dreier“ mit „Einhörnern“ gelesen hat, stößt immer wieder auf „ein Paar, das in eine Bar geht, um dort eine Frau auf einen Dreier anzusprechen.“ Dann flugs ins Auto und in die Villa, in der eine Mini-Orgie inszeniert wird. Manchmal ist es auch die sexhungrige neue Nachbarin – ich denke, ihr kennt inzwischen alle Klischees über Dreier, oder etwa nicht?

Die Anzahl der Frauen, die wirklich Paare suchen, ist gering

Widerspricht dies nicht der Analyse von Suchmaschinen-Einträgen, etwa „Frau sucht Paar“? (1) Nein, tut es nicht – denn diese Suche beinhaltet auch zahllose „Beinahe-Treffer“. Hinzu kommt der kommerzielle Charakter von Suchmaschinen. Denn hier werden Anbieterinnen (Escorts), Storys, Videos und alles andere, mit dem man Geld verdienen kann, in die Suche eingebunden. Das zeigt sich im Übrigen auch bei ähnlichen Suchkriterien, bei denen man ebenfalls auf „eine Million Treffer“ kommt.

Mit Fug und Recht kann man behaupten, der Partnermarkt, ob ausschließlich sexuell motiviert oder mit „Beziehungsaspekten“ angereichert, sei ein Zirkus der Begierden, aber kein Indiz für Daten und Fakten.

Die Dritte - eine Herausforderung, ein Job oder was denn nun?

Machen wir uns bitte nichts vor: Wenn die „Dritte“ komm, freuen sich die Paare an der Lust, die sie schenkt. Und wenn die Dritte geht, ist das Paar froh, dass sie wirklich nur sinnlichen Nutzen gebracht und keinen sozialen Schaden angerichtet hat.
Klar – ein paar Fragen bleiben offen. Zum Beispiel, warum die Ehefrau Sorgen hat, der Mann könne sich in die bereitwillig Bi-Frau verlieben. Ebenso gut könnte es die Ehefrau sein, die sich in die „Dritte“ verliebt.

Offen bliebt auch, welche Rolle die „Dritte“ spielt, wenn sie nicht für ihre Anwesenheit bezahlt wird oder sonst einen Vorteil davon hat. Kaum jemand fragt danach. Tut sie es dann aus Lust oder Menschenliebe? Gibt es gar ein Geheimnis? Soll sie das Paar ausforschen?

Schließlich wäre da noch die Frage: Warum eine zusätzliche weibliche Person? Warum kein Mann? Oder ein anderes Paar? Wie ihr seht, wirft das Thema mehr Fragen auf, als ich je Antworten finden würde – obgleich ich wirklich gründlich recherchiert habe.

Quellen: Für den Artikel wurden viele höchst unterschiedliche Quellen genutzt. Zitiert wurde aus "Metro". Auf das Blog mit der Swinger-Werbung können wir nicht verlinken. Historischer Vergleich: Nach einer Recherche von 1982 suchte nur etwa ein Prozent der Frauen ein Paar, aber 22 Prozent der Inserenten für Sex wiesen sich als Paar aus, das eine Frau sucht.
(1) 1,4 Mio. Ergebnisse auf Deutsch bei der Recherche vom 8. Oktober 2022

Warum es besser sein kann, keinen Dreier anzuleiern

Stehen wir dem Dreier zu positiv gegenüber? Nein, denn wir haben gar keine Meinung dazu. Wir wissen aber, dass viele von euch davon träumen. Frauen tun es, und Männer tun es sowieso. Und natürlich auch Paare, die mal ein bisschen abheben wollen. Hier hast du fünf Punkte, die gegen Dreier sprechen. Du kannst anderer Meinung sein, dann sag es einfach.

1. Die Erwartungen sind viel zu hoch.
Egal, welche Art von Dreiern du anleierst – die Erwartungen sind immer hoch – und die Resultate? Eher fragwürdig. Eigentlich weißt du ja gar nicht, was du erwarten kannst, oder? Und die Kerle, die du einlädst, oder die dich einladen, wissen auch nur aus Pornos, was passieren könnte. Wenn man ein Pornostar ist. Dann ist so was nämlich Routine. Aber für dich nicht. Glaube ich jedenfalls.

2. Drei sind Drei – und ohne Regie eine(r) zu viel.
Du kannst einen Dreier mit zwei Männern haben, mit zwei Frauen, oder einem Mann und einer Frau. Die Möglichkeiten sind – na ja, das will ich hier nicht ausweiten. Aber du kannst sicher sein, dass einer oder eine ein bisschen benachteiligt wird. Du hast ja meistens kein Drehbuch, und keinen, der Regie führt.

3. Gleichgeschlechtliche Kontakte verwirren.
Verlagen kann’s niemand, aber erwartet wird’s manchmal. Vor allem von Frauen. Ob’s die gefällt oder nicht, du willst ja kein Spielverderber sein. Und Männer? Sie haben meistens eine Heidenangst vor intimen Berührungen mit Männern – die kommen aber nun mal vor bei Dreiern, auch unbeabsichtigt.

4. Allzeit bereit?
Frauen „können immer“? Aber nicht mit Lust, und wie soll die Lust denn eigentlich hervorgezaubert werden? Und Männer? Viele Männer haben sowieso Probleme mit der Erektion, und dann noch unter Sress oder in Konkurrenz zueinander?

5. Die Beziehungen – was, wenn?
Die Beziehung kann den Bach runtergehen. Zum Liebespartner, zum Ehepartner, zu Freund oder Freundin, die Nummer Drei gibt. Das ist Schade, weil Liebe, Ehe und Freundschaft mehr bedeuten als die schnelle Lust zu dritt.

Sollte ich nun davon abraten? Nein. Niemand wird einen Rat befolgen, sei er „pro Dreier“ oder „kontra Dreier“. Und ich weiß, dass es auch ganz andere Meinungen und Erfahrungen gibt. Doch ich sage nur dies: Deine Gefühlswelt ist danach anders als vorher. Damit musst du rechnen, und wenn du das als Chance siehst. Meinetwegen. Es könnte aber auch ein Risiko für dich bedeuten.

Hey, anderer Meinung? Schreibe eine Antwort, oder schicke uns deinen Artikel zum Thema.

Wie pervers ist eigentlich … Liebe zu dritt?

Sinnlich ... aber auch gefährlich: der Dreier
Liebe zu dritt ist zwar nicht pervers, aber sie kann Beziehungen ruinieren. Der Wunsch, sich mit mehreren männlichen Exemplaren zu paaren, ist nicht ungewöhnlich in der Natur. Und für die männlichen Säugetiere und insbesondere die Primaten gehört sowieso zum Lebensstil, sich mit weiblichen Wesen zu paaren, so oft dies möglich ist. Geschieht dies kurz nacheinander, ist eigentlich alles in Ordnung – bis auf die Tatsache, dass es beim Menschen die Psyche ruinieren kann – und die Beziehung eben auch. Also: Pervers ist es nicht, aber sehr delikat. Wer es psychisch nicht aushält, sollte es nicht wagen.

Dreier ist nicht gleich Dreier - aber "pervers" ist der Dreier nicht

Dreier teilen sich in MMF und MFF. Sie unterscheiden sich aber nicht nur darin, sondern auch dadurch, dass in manchen Dreier Bi-Kontakte erwünscht, in andren aber ausdrücklich unerwünscht sind. Man nent sich auch "Triole" oder "ménage à trois". Es handelt sich nicht um "Dreiecksbeziehungen".

In dieser Serie vertreten unsere Autoren ihre persönliche Meinung, aber nicht ihre persönliche Praxiserfahrung. Das Wort „pervers“ wird hier im Sinne des bürgerlichen Gebrauchs im 19. Jahrhundert verwendet. Die Verbreitung als Fantasie liegt bei ungefähr 85 Prozent bei Männern und zu maximal 45 Prozent bei Frauen, abhängig von der Konstellation.