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  Eigenwerbung

Warum eigentlich nicht?

Warum eigentlich nicht?
Du wirst gefragt, ob du etwas Sinnliches aus Neugierde wagen würdest. Vielleicht auch aus Liebe zu ihm oder ihr oder weil es eure Leidenschaft steigern könnte. Nimm weiter an, du hättest ein wenig „gemischte Gefühle“ darüber.

Nun könntest du natürlich „gerne“ oder „niemals“ sagen. Aber „gerne“ wäre zu viel und „niemals“ zu endgültig.

Entscheidungen können das Leben verändern - das ist der Hauptgrund, warum wir abwägen. Aber nicht alle unsere Entscheidungen verändern nun unser Leben grundlegend, und die viel beschworene, geheimnisvolle Psyche“ des Erwachsnen ist stabiler als viele meinen.

Eine ähnliche Frage, die Psychotherapeuten oft stellen, wenn von der Furcht vor etwas Neuem, Ungewöhnlichen die Rede ist:

„Was könnte denn schlimmstenfalls passieren?“

Ja, was denn? Meist wurden in der Vergangenheit Schwangerschaften oder sexuelle übertragbare Krankheiten genannt. Das war zu den Zeiten, in denen Paare sich größtenteils mit „Sex pur“ beschäftigten, also weniger mit den Vergnügungen, die ihnen sexuelle Herausforderungen bescheren konnten. Beispiele wären Soft-SM, also lustvolle Schläge und Fesselungen, Rollenspiele und die Liebe zu fetischistischen Handlungen.

Du kannst deine inneren Skripte verändern

Denken wir daran, dass wir alle „Skripte“ in uns tragen, nach denen wir handeln. Niemand sagt uns, dass wir diese Richtlinien beibehalten müssen. Sie gelten mehr oder weniger für Zufallsbegegnungen und regeln „das Übliche“, also wer mit wem wie und wo welchen Sex haben darf und was dabei vorbereitet werden muss. So weit ist alles verständlich und irgendwie plausibel.

Allerdings sind diese Skripte nicht in Stein gemeißelt. Jedes Paar kann sie verändern, wenn beide sich darüber einigen.

Und die Entscheidung: „Warum eigentlich nicht?“ Ist in diesem Rahmen nicht allzu kühn.

Oder was meint ihr?

Die Welt der lustvollen Entehrungen - wenn du ein Mann bist

Ein Beispiel des Genusses, wie sie ein Künstler des 20.Jahrhunderts sah
"Die Welt der Entehrungen - wenn du ein Mann bist" ist ein Zugang zu einer Welt, die zwar immer transparenter wird, aber dennoch im Nebel des Verruchten schlummert. Warum wir im Moment nicht von Frauen reden? Weil wir für derartige Artikel keine begeisterte Autorin haben. (1)

Eines der bestgehüteten Geheimnisse in der Welt der Erotik sind „erwünschte Entehrungen“.

Ein einfaches, harmloses Besipiel

Die klassische Situation, die oft geschildert wird: Du gehst irgendwo hin, wo du nicht erwarten kannst, dass du dich ausziehen musst. Das erste, was deine Gastgeberin sagt: „Die Kleidung verdeckt oft die Emotionen ... zieh dich bitte aus, damit ich sehen kann, ob du ehrliche Gefühle für mich hast.“

Zwar hättest du nichts dagegen, dich der Dame in einer erotischen Situation nackt zu zeigen - aber dennoch fühlst du dich entehrt, weil Nacktheit nicht zu der Art der Verabredung passt.

Nun wäre es noch nötig, dass dich irgendein Teufel reitet, der dir sagt: „Tu es trotzdem, du könntest am Ende eine höchst lustvolle Erfahrung machen.“

Und wenn du es tust, und du tatsächlich das Wechselbad von Entehrungen, Scham und Lust genießt, ja ... dann bist du dort gelandet, wohin sich viele Männer träumen.


Drei Grundvarianten heftiger Rollenspiele

In den heftigeren und bewegenderen Schilderungen werden die Protagonisten vor Publikum entehrt, was Frauen wie Männer gleichermaßen anregt und befremdet.

Bleiben wir einen Moment bei „Männern mit dem Wunsch, entehrt zu werden.“

Dabei gibt es im Grunde drei heftigere Varianten:

1. Darum zu bitten, ein „Sklave“ zu sein.
2. Sich wegen seines Verhaltens züchtigen zu lassen.
3. Auf ungewöhnliche Art passiven Sex zu erwarten.

Nehmen wir mal an, die beiden erste Varianten wären dir aus einschlägigen Werken der Literatur bekannt. Die dritte Variante allerdings wurde erst populär, als die Betonmauer fiel, die um anal-passiven Sex herum gebaut wurde.

Diese Variante ist inzwischen absolut populär. Wenngleich sie immer noch „entehrende“ Züge in der Literatur wie in der Pornografie hat, so ist sie dennoch zu einem erotischen Rollenspiel geworden, das viele (männliche) Anhänger hat.

Der Siegeszug des Strap-On-Gürtels

Das kannst du mir glauben oder auch nicht. Aber wenn du die Kataloge von Erotik-Versandhäusern über Jahre verfolgst, kannst du feststellen, dass es einen wahren Boom für das wichtigste Hilfsmittel gibt. Es ist der Strap-On-Gürtel, also ein Kunstpenis zum Umschnallen. Dieses Instrument hat es von einem teuren, nur in Spezialgeschäften erhältlichen geheimnisvollen Gegenstand zu einem Verkaufsschlager in vielen Variationen geschafft. Mittlerweile gibt es so viele unterschiedliche Modelle, dass es sogar schon Verbraucher-Ratgeber gibt, welchen dieser Instrumente man zweckmäßigerweise wählt. Ein weiteres Indiz besteht darin, dass der Gleitmittelverbrauch inzwischen erheblich zugenommen hat.

Vom Instrument der Erniedrigung zum willkommenen "Spielzeug"

Interessant ist, dass die „Entehrung“, die damit ursprünglich verbunden sein sollte, inzwischen einem eher lustvollen Gebrauch gewichen ist. Die drastische Art und Weise, in der die Autorin Gigi Martin in ihrem einst gefeierten Buch „Die Herrin“ (unter neuerem Titel „Herrin Gnadenlos“) damit umging, ist unpopulär geworden.

An diesem Beispiel mag sich zeigen, wie sich die Welt wandelt. Der Zeigefinger, der auf „diese perversen Männerschweine“ zeigt, wird mehr und mehr bedeutungslos.

Denn wo es um sexuelles oder sonst wie lustvolles einvernehmliches Verhalten unter Erwachsenen geht, muss die Moralisäure ebenso draußen bleiben wie der Männerhass. Was bleibt, ist der sinnliche Eindruck, die Lust daran, auch einmal von der Norm abzuweichen.

Männer haben mehr Lustzonen, als du ahnst

Gesunde Männer sind - unabhängig von ihrer sexuelle Selbstdefinition - durchaus empfänglich für ungewohnte „Behandlungen“ durch Frauen. Jedenfalls, solange sie dabei etwas fühlen, was sie in sinnliche Wallungen versetzt. Was es ist oder sein könnte, ist für jeden Mann anders. Dazu fällt mir noch ein hübscher Satz ein: „Männer haben zwölf sensible Hot-Spots“ ... und dabei war die Prostata noch nicht einmal dabei.

(1) Wegen neuer Tendenzen in der Beurteilung erotischer Autorinnen legen wir nunmehr Wert darauf, dass wir nicht einfach Recherchen anstellen, sondern dass derartige Artikel von "betroffen" Frauen stammen. Willst du einen Artikel aus der Sicht einer Frau schreiben? Dann melde dich bitte per E-Mail.
Bild: Leo Fontan, französischer Grafiker, Teilansicht, Illustration für ein Buch

Die 14 Tage der Osterzeit: Lust, Schmerz und die 1970er

Unter den Neologismen dieser Tage, die nun überall auf der Wiese der Corona-Langeweile sprießen, fielen mir dieser Tage „Langzeitsingles“ und „Kurzzeitsingles“ auf. Mal unabhängig davon, wie lang „lang“ ist, und wie „kurz“ eigentlich kurz: Was soll denn das nun wieder? Ja, mir fiel auf, dass einer der häufigsten Fragen in Datingshows ist: „Wie lange bist du denn schon Single?“ Es hat eine Weile gedauert, bis ich fündig wurde, was als „lang“ gilt: mehr als drei Jahre. Wenn du 21 bist, also seit dem 18. Lebensjahr. Bist du 50, dann seit dem 47. Lebensjahr. Falls ihr es nicht bemerkt habt: Dadurch wird die Frage zur Farce.

Lassen wir es mal dabei. Meine letzte Wochenzusammenfassung habe ich am 26. März verzapft, und sie war kurz. Diese wird lang – aber ich will euch nicht langweilen.

Thema: 50 Jahre sexuelle Befreiung – alles beim Alten?

Die Welt teilt sich in jene, die gerne wieder eine restriktive Sexualmoral hätten und jene, die finden, dass die Sexualmoral immer noch auf eine viel zu hohe ethische oder gar heilige Ebene gehoben wird. Dazu ist es sinnvoll, Materialien der 1970er-Jahre zu besitzen. Ich habe sie und dies zum Teil zum Thema der letzten zwei Wochen gemacht. „Fünfzig Jahre sexuelle Befreiung“ hieß der Titel. Eure Meinung dazu?

Da ich auch noch andere Materialien einbeziehen wollt, habe ich euch gebeten, mir etwas über eure „1970-er-Erfahrungen“ zu schreiben. Ich habe damit gerechnet, dass niemand antwortet – aber enttäuschend ist es doch. Übrigens gerade so enttäuschend wie die gegenwärtigen Erotik- und Sexblogs.

Dem Deutschen in die Seele gepikst

Wahrscheinlich habe ich den Deutschen in ihre empfindsamen Seelen gepikst, als ich über Kompromisse geschrieben habe. Dennoch empfehle ich gerade diesen Artikel, besonders jenen, die angeblich „Langzeitsingles“ sind.

Genug gemärzt ... nun kommt der April

Bei mir endet der März in Schieflage, weil mir etwas missglückt war, aber gut, da war ja noch der April, und da habe ich mir geschworen: Da mach ich, was ich will. Und so ist es geschehen. Das Motto heißt „Wechselbäder der Gefühle“ – und er dazu nichts weiß, der ist entweder kalt wie Eis oder ein Lügner.

Animalische Lust und Lust auf alle

Der erste vollständige Artikel dazu behandelt Frauen, die zwischen der Liebe zu ihm und ihr und beiden gemeinsame schwanken und sich dabei weder als „Bi“ noch als „Poly“ empfinden. Ich kann euch sagen: Wir haben gründlich recherchiert. Und: Unser zweites Thema, die Veränderungen der letzten 50 Jahre, wurde auch in den Artikel eingebettet.

Im gleichen Konsens ist auch das „Lob des Animalischen“ zu verstehen, das nicht die Begeisterung unserer Leserschaft fand. Warum eigentlich nicht? Seid ihr etwa prüde? Reden wir darüber?

Fernseh-Dokumentation 37 Grad? Nein, danke!

Da bliebe noch … die Liebe als Konsumgut. Wie „37 Grad“ auf die Idee kam, das seltsame Erscheinen (durch Apps) und Verschwinden (durch Ghosting) von Lovern zu beschreiben? Sollten die Frauen nun abgeschreckt werden oder Empathie für die armen Protagonisten entwickeln? Mir erschließt sich der Sinn dieser Sendung nicht.

Scharfes Gewürz für den Anfang

Unser Artikel über die Ingwerknolle war ein aktueller Versuch, jenseits der „Szene“ über die beliebte scharfe Wurzel zu sprechen. Und dabei haben wir gleich mal die verbreitete Behauptung ausgehebelt, dass die jungen Internatsschülerinnen im viktorianischen England auf diese Weise gezüchtigt wurden.

Die Tüpfelhyäne, Spaß und das Wochenende

Wie immer nicht restlos ernst gemeint, aber doch auf Tatsachen beruhend: Gramse hat sich die Tüpfelhyäne vorgenommen und Parallelen zum Menschen gesucht. Außerdem haben wir einen Link verändert – denn wir unterstützen natürlich sinnvolle Webseiten über Lust und Liebe.

Nächste Woche machen wir, wenn unsere Autoren und Ideengeber lieb zu uns sind und Arbeitslust verspüren, mit Liebe, Lust und Schmerz in Körper und Psyche weiter – nach Art des April.

Was macht ihr übers Wochenende? Schreibt ihr uns mal, was ihr von unseren Themen haltet? Oder redet ihr lieber mit euren Plüschtieren darüber? Hast du Fragen dazu? Dann KOMM in meinen SALON.

Wechselbäder der Gefühle

Heiß und kalt ... das löst manche Erwartung aus
Wechselbäder der Gefühle - unser Motto für April. Hier ist das, was wir darunter verstehen. Aber es ist sicherlich noch viel, viel mehr ...

Wechselbäder nannte man therapeutische Maßnahmen zur Stärkung des Kreislaufs, die maßgeblich auf den Pfarrer Kneipp zurückgehen. Da sie lange Zeit sehr populär waren, wurde der Begriff auch auf andere Umstände sozialer oder emotionaler Art angewendet.

In der Liebe, der Lust, der Leidenschaft und generell in der Erotik ist ein „Wechselbad der Gefühle“ die Sinneslust, von einem Extrem ins andere zu verfallen.

Unterschiedliche Lover

Dabei kann es sich um unterschiedliche Lover handeln, also etwa um eine Frau, die zwischen einem „kuscheligen“ und einem „zupackenden“ Lover wechselt. Ebenso aber auch um einen Mann, der zwischen einer sanften und einer fordernden Geliebten wechselt.

Nicht auf ein Geschlecht festgelegt

Manche Menschen schwanken jahrelang zwischen beiden biologischen Geschlechtern und nehmen beide Möglichkeiten wahr, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Heiß und kalt auf nackter Haut und nackten Sinnen

In den letzten Jahrzehnten ist üblich geworden, das Prinzip „Küsse und Schläge“ in besonders leidenschaftliche und ungewöhnliche Liebschaften einzubeziehen. Übrigens nicht erst seit den „Shades of Grey“, sondern bereits seitdem der Film „9 ½ Wochen“ populär wurde.

Also … auf in den April … ohne Scherz und mit dem Anspruch, dass „heiß und kalt“ die Gefühle ein bisschen auffrischt.

Warum Erotik-Blogs sich ändern

Was Menschen lesen wollen, kann sich ändern
Erotik-Blogs stecken – das ist nicht neu – derzeit in der Krise. Vor allem sind jene Blogs betroffen, hinter denen sensible Menschen stehen.

Denn dann gilt dies (Zitat: Violet Fawkes).

Das Bloggen über deine persönlichen Erfahrungen kann so viel aufschlussreicher und unendlich unangenehmer sein als nackt zu sein. Es ist der Inbegriff von Nacktheit und um ehrlich zu sein, bin ich nicht immer mutig genug, um mich so darzustellen.


Beklagt wird auch – und das wissen alle Autoren von Blogs – wie wenig solidarische Bloggerinnen und Blogger wirklich sind. Die „Community“, die angeblich so hilfreich ist, erwartet im Grunde nur, dass Erotik- oder Sexblogger „geile Sachen“ ins Netz stellen. Leider geraten dabei auch verräterische oder einfach falsch verstandene Sätze in die Welt. Auf sie stürzen sich die Kritiker dann wie die Geier.

Mein eigenes Erlebnis - gar nicht erotisch

Die dickste Kröte, dich sich selbst schlucken musste, hatte mit Erotik gar nichts zu tun. Sie bestand darin, dass ich auch „kleine und kleinste Aufträge“ annehmen würde. Daraufhin glaubte jemand, dass ich aus dem letzten Loch pfeifen würde. Die Sache dient aber meinem Selbstschutz: Ich lasse mich von Auftraggebern nicht drängen, und große Aufträge (über 2.000 Euro wert) übersteigen bereits meine Kapazität.

Doch das nur nebenbei.

Der Kommerz schadet dem Informationsgehalt

Heutige Blogger(innen) sind noch in einer ganz anderen Krise: Der Kommerz, der immer „Schickes und Positives“ von ihnen verlangt und Nachdenkliches ächtet, schadet allen, die an Gefühlen und Wahrheiten interessiert sind. Er macht vielleicht einige Bloggerinnen reich, aber kaum jemanden glücklich. Und der Informationsgehalt solcher Blogs sinkt dabei immer tiefer – vom emotionalen Inhalt ganz zu schweigen.

Und dann noch die Pandemie ...

Schließlich kommt noch die Pandemie dazu. Die „Serientäter(innen)“ die sexuell oder emotional von Ast zu Ast hüpfen, leiden unter ihren Einschränkungen. Und wer gar zuvor ein ungewöhnliches Leben geführt hat, das auch zweifelhafte Kontakte einschloss, ist nun doppelt gefährdet.

Wie es weitergehen soll? Zwischen Resignation und Euphorie. Und zwischen einem leeren Bildschirm und einem gelungenen Artikel liegen immer wohlgesetzte Worte.

Ich hoffe, sie euch noch eine lange Zeit servieren zu können.

Bild: historisch, nachkoloriert.