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Der Gender-Betrug: Warum es OK ist, gar nichts zu sein

Nicht an uns zweifeln, sondern wissen, was gut für uns ist


Der Eselschwanz der Forschung pendelt immer wieder hin und her und verwirrt die Menschen. Seit die ersten Forscher gegen Ende des 19. Jahrhunderts über die Homosexualität hergefallen sind wie die Bienen über den Nektar werden wir alle (Sie auch) klassifiziert. Und weil es so herrlich chic war, sich mit Homosexualität zu beschäftigen, wurde erst einmal neue Kategorien geschaffen, die es vorher (so gut wie) niemals gab: Homosexuelle und Bi-Sexuelle. Wer da nicht unter einer der tollen neuen Kategorien fiel, musste sich allerdings leider auch klassifizieren lassen: als „Heterosexuell“.

Die dreisten Erfinder des „sozialen Geschlechts“

Es ist noch nicht so lange her, als Soziologen und Psychologen vom „sozialen Geschlecht“ zu faseln begannen. Man hatte also nicht nur das eine Geschlecht in die Wiege gelegt bekommen, sondern besaß auch noch ein „durch Gesellschaft und Kultur“ geprägtes Geschlecht – was für einen Soziologen unheimlich wichtig sein mag. Der Rest der Menschheit kann allerdings darauf sch … , Pardon: notfalls darauf verzichten, sich das dreiste Geschwätz auch nur anzuhören, weil die Diskussion darüber keinen Nutzen bringt. Weder für die Wenigen, die sich betroffen fühlen, noch für die Vielen, denen schon der Ansatz fremd ist.

Immer noch nicht im Schuhkarton? Sie fieser Abweichler!

Bei dem Schuhkartondenken, das Forscher üblicherweise an den Tag legen, muss alles seine Ordnung haben. Nicht klassifizierbar oder höchst individuell darf es nicht geben: Hat man eine neue Abweichung aufgetan, so wird ein neuer Schuhkarton beschriftet: Der Nächste nn-Sexuelle kommt bestimmt – schon die Publicity-Geilheit der Forscher wird dafür sorgen.

Von Forschern und Menschen

Forscher vergessen gerne, dass man im Alltag nicht über in erster Linie über seine sexuelle Einordnung, sonder über Praktiken, Fantasien, Wünsche und Gelüste nachdenkt. Es geht also nicht darum, ob man als ein XY-sexueller eingestuft wird, sondern ob man mit all den sexuellen Abweichungen umgehen kann, die im Menschsein enthalten sind. Das bedeutet: Einer bestimmten sexuellen Ausrichtung folgen zwar auch sexuelle Handlungen in derselben Richtung. Auf der andren Seite kann aber auch ein sogenannter „heterosexueller“ Mensch erotische Wünsche an beide Geschlechter haben, und er ist dabei nicht, wie oft angenommen wird, bisexuell, sondern einfach nur lustvoll.

Kinsey-Skala kontra präzise Festschreibung des Geschlechts?

Nun gibt es zwei Forscherauffassungen, die nicht zusammenpassen: Je nach deren „Messmethoden“ glaubt die eine Gruppe, dass im Prinzip die meisten Frauen als bisexuell oder lesbisch eingestuft werden könnten, weil sie in sexuell eben auch auf Frauen reagieren. Ebenso verhält es sich mit Forschern, die die Kinsey-Skala anwenden. Sie stellen oft (und insbesondere bei jungen Frauen) fest, dass eine relativ starke Neigung zum eigenen Geschlecht besteht.

Die andere Gruppe ist fest davon überzeugt, dass Menschen (nicht ausschließlich Frauen) entweder heterosexuell oder „anders sexuell“ sind, dass es aber keine „fließenden Übergänge“ gäbe. Dieses „fließen“ sei im Wesentlichen auf die Kinsey-Skala zurückzuführen, die es erlaube, Tendenzen zu messen. Diese würden dann wieder zu der Fehlannahme führen, es gäbe „fließende Übergänge“ im Sexualverhalten. Sie versuchen, mit anderen Messmethoden abweichende Ergebnisse zu erzielen, und sie publizierte dies erst kürzlich. Dem Vernehmen nach konnten sie dies anhand von drei Kriterien feststellen: Sexueller Identität („was bin ich nach eigener Einschätzung?“) sexueller Verhaltensweisen („wie verhalte ich mich tatsächlich?“) und sexueller Attraktion („welche Personen reizen mich erotisch?“)

Was zeigten nun die neuen Ergebnisse? Vor allem, dass es sehr, sehr wenige homosexuelle Frauen und Männer „gibt“ – nämlich etwa drei Prozent der Männer und 2,7 Prozent der Frauen.

So jedenfalls wollen es die Wissenschaftler Alyssa L. Norris1, David K. Marcus und Bradley A. Green herausgefunden haben.

Wie man sich Wunschergebnisse zurechtschustert

Möglicherweise haben sie aber etwas ganz anderes „herausgefunden“, nämlich dass sich die Ergebnisse der Forschung in der Psychologie und Soziologie durch die Methoden, die verwendet werden, nahezu beliebig manipulieren lassen. Und eben auch, dass die Interpretation eine große Rolle spielt.

Am Ende stehen sich nun in der Interpretation zwei Forschungsergebnisse als unvereinbar gegenüber:
Das eine (auch jüngsten Datums) wird so interpretiert, dass im Prinzip alle Frauen entweder bisexuell oder lesbisch sind (Männer wurden nicht untersucht) – und das andere sagt aus, dass im Prinzip alle Frauen heterosexuell sind, außer den 2,7 Prozent, die „anders“ sind. Noch weiter vereinfacht kann man sagen: Frauen sind im Prinzip alle strikt heterosexuell, du der Rest ist lesbisch.

Und es bedeutet für Sie – nichts

Was man mit all diesen „Forschungsergebnissen“ halten soll? Ignorieren – was sonst? Und vor allem: Sich gar nicht erst von den Shrinks in einen Schuhkarton stecken zu lassen. Sie sind nicht „heterosexuell“ – sie sind ein Mensch, und Menschen haben Facetten. War das klar genug?

Quellen (unter anderem): The Daily Beast. Wissenschaftlich über: Sagepub. Sowie weitere Quellen, die Sie über die Liebe Pur nachlesen können.

Es gibt keinen G-Punkt, es sei denn, es gäbe ihn



Forschung im geisteswissenschaftlichen Bereich stellt sich immer wieder als populistischer Klamauk heraus, der mit Wissenschaft wenig zu tun hat. Doch auch im Bereich der Naturwissenschaften steht offenbar die Öffentlichkeitswirksamkeit von sogenannten „Forschungen“ vor dem Nutzen der Forscherarbeit.

So kommt es, dass nun eine Studie des King’s College London Furore macht. Die Forscher behaupten kurz und bündig, dass es den weiblichen G-Punkt nicht gibt. Ihre Ergebnisse haben sie anhand von 1804 britischen Frauen gewonnen haben wollen. Die Frauen beantworteten die Fragen der Forscher per Fragebogen – und um die Sache spektakulärer zu machen, befragten die Forscher ein- und zweieiige Zwillinge. Sie gingen dabei davon aus, dass die Wahrheit in den Genen liegt: Wenn eine der eineiigen Zwillingsdamen sagte, sie habe einen G-Punkt, dann wäre es sehr wahrscheinlich, dass ihr Co-Zwilling auch einen solchen haben würde – meinten jedenfalls die Forscher.

Das Ergebnis fiel zuungunsten des G-Punktes aus – und die Forscher gaben sich siegessicher, dass sie recht hatten – und ein gutes Werk an der Menschheit wollen sie auch noch verbracht haben, denn „die Behauptung, es gäbe einen G-Punkt, setze Frauen wie Männer unter Druck“.

Wie schön, dass die Herren Forscher nun den „Druck“ von uns allen abgewendet haben. Millionen Frauen, die in der Gräfenberg-Zone zu schönen Orgasmen kamen, müssten sich nun wohl damit abfinden, dass diese Orgasmen gar nicht existierten – und die Hersteller von G-Punkt-Vibratoren müssen ihre Produktion einstampfen.

Das allerdings wird nicht geschehen. Denn den Millionen Genießerinnen, die mithilfe ihrer G-Punkt-Dildos oder Finger wundervolle Orgasmen verschafft hatten, werden dies auch weiterhin tun und sich an ihrer Lust erfreuen – und vielleicht dann und wann daran denken, dass die armen Forscherinnen und Forscher am King’s College London bedauern, die nun an sich selbst (falls weiblich) oder bei ihren Partnerinnen (Falls männlich) keine G-Punkt-Orgasmen mehr erleben dürfen, weil dies wissenschaftlich unmöglich ist.

Wobei mir noch einfällt: P-Punkte gibt es auch nicht. Ich bin sehr gespannt zu erfahren, wann Mediziner behaupten werden, dass die Prostata ganz und gar unempfänglich für sexuelle Reize ist. Vielleicht könnte man dies schnell einmal anhand von heterosexuellen eineiigen Zwillingen feststellen? Ich wette, dass dann das gewünschte Ergebnis herauskommt.

Der Original-Artikel stand in der TIMES.

Di qualifizierteste Kritik an der Arbeit der Forscher lieferte - wie so oft - die Bloggerin Dr. Petra Boynton.

Foto © DJane88