Skip to content
Werbung Email:

Erotische Dominanz – die Vielfalt der ungewöhnlichen Lüste

Dominiert zu werden - unter den ersten zehn frivolen Frauenträumen (1)
Erotische Dominanz – wenn du zu diesem Thema etwas im Internet suchst, bekommst du neben den üblichen Pornos vor allem Webseiten, auf denen Frauen erotische Dienste anbieten. Eine oder keine professionelle Domina – für jeden Herrn ist die passende Behandlung verfügbar – von der Keuschhaltung bis Zwangsentsamung. Die meisten Internetbesucher sehe daher die Dominanz im Licht der käuflichen Dienstleiterin, die sich als "Domina" vermarktet.

Echte erotische Dominanz als „Lifestyle“ oder 24/7-Beziehung ist sehr selten und fast nie angebracht, weil sie oft zur Versklavung von Körper, Geist und Psyche führt, auch wenn dies nicht von Anfang an klar ist. Und Dominanz als Spiel ist davon abhängig, wie gut die Spieler sind – insbesondere der Spieler, der die dominante Rolle übernommen hat.

Sinnliche Dominanz - Vielfalt und nicht einfach Schläge

Das Interesse an sinnlicher Dominanz ist größer als das Interesse an Spanking (Po verhauen oder andere Strafspiele) oder Bondage (Fesselungen und Hemmungen der Wahrnehmung). Doch erotische oder sexuelle Dominanz zum Lustgewinn ist weit verbreitet: Sowohl aktiv wie auch passiv liegen Frauen und Männer in der Gegend von 50 Prozent der Bevölkerung – was die Sehnsüchte betrifft.

Dominanz - wer sie will, muss Hürden überwinden

Dominanz drückt sich dabei in vielerlei aus – vor allem aber darin, wer bestimmen darf, was geschehen soll, und natürlich, wie bereitwillig oder zögerlich der Partner auf das Ansinnen reagiert. Ob Scham, Anstand oder gar Ekel – in der Regel müssen beide Partner ein paar Hürden überwinden, um in die gewünschte Rolle hineinzuwachsen. Typische Probleme, die auch Vanille-Paare haben, müssen zuerst besprochen werden: Wie ist es mit Intimküssen? Wer darf oder sollte dem anderen orale Lüste bereiten? Darf oder soll der andere masturbiert werden, und falls ja, bis zum Limit, darüber hinaus oder gar so oft, bis sich die Lust in süße Qualen verwandelt? Und falls Schmerz zum Repertoire gehören soll: Welche Instrumente sollen eingesetzt werden, und wie soll die Prozedur ausgeführt werden?

Dominanz hat viele Gesichter

Viele Paar stellen im Laufe ihrer Spiele fest, dass sie nach und nach mutiger werden und sich trauen, vom Partner auch einmal etwas höchst Ungewöhnliches zu erbitten. Und nicht wenige Paare beweisen, dass sie sowohl die eine wie auch die andere Seite der Dominanz in sich tragen: Mal wollen sie aktiv dominant sein und mal wollen sie die Dominanz als „Unterwürfige“ genießen. Was eigentlich nicht mit „passiv“ gleichzusetzen ist, weil damit auch Forderungen verbunden sind.

Es ist nicht alles so, wie es zu sein scheint. Erotische Dominanz ist meist chic und vielfältig, aber sie kann auch entsetzlich, hinterhältig und einseitig sein. Und dies betrifft offenkundige SM-Paare genauso wie Hans und Grete, die sich als „Vanilla“ definieren.

(1) Die Statistik bildet nur Träume und Vorstellungen von Frauen ab, keine realen Aktivitäten.

Zehn Männerwünsche, ihre Erfüllung und die Revanche

Zweiter Teil - Zehn Männerwünsche plus ein Bonuswunsch - wilde Spiele

Den ersten Teil mit den Männerwünschen von 10 bis sechs findest du im Link.

05. Sklave sein wollen

Wenn du dich noch an Punkt 10 erinnerst – da wünscht er sich eine dominante Frau, die ihn reizt. Hier ist die Rede von seinem Wunsch nach (völliger) Unterwerfung. Das beinhaltet oft, dass er gefesselt, gequält oder geschlagen werden will. Manche Männer wollen dann auch „genommen“ werden.

Du kannst: Ausprobieren, ob er es wirklich will. Verlange von ihm, dass er deine Finger oder Handflächen, Achseln oder Füße leckt. Wenn ja, kannst du ihn behandeln „wie einen Sklaven.“ Gehe nicht zu weit, bevor du nicht weißt, ob er es wirklich mag.

04. Zurschaustellung

Der Wunsch, gemeinsam Sex in der Öffentlichkeit zu haben, ist verbreitet. Ihn zu realisieren, ist schwierig. Was „öffentlich“ ist und wie erregend das Risiko ist, „erwischt zu werden ist“ aber unterschiedlich. Sich „erregend zur Schau zu stellen“ geht aber auch noch anders: wenn du irgendwo sexuell provozierst, wo außer deinem Partner noch viele andere Männer sind.

Du kannst: Versuche, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Ihr müsst es als Risiko empfinden, aber es muss nicht wirklich eines sein. Manchmal reicht es schon, im Mini-Kleid ohne Slip auf eine Party zu gehen.

03. Dominieren (er dich)


Ei hoppla, da haben wir die „50- Shades-Of-Grey“ Version. Er will dich dominieren wie Mr. Grey. Das heißt, er will dich fesseln, erniedrigen und schlagen. Shocking? Oder auch dein Traum? Die Meinungen darüber gehen auseinander.

Du kannst: Lass dich nur mit einem guten Freund, deinem ständigen Lover oder deinem Ehemann darauf ein, nicht mit Fremden. Es ist viel zu gefährlich, das zu tun. Meistens beginnen Paare damit, dass er dir den Po verhaut. Wenn dir das Lust macht, kannst du mehr ausprobieren.

02. Süße Fetische – und salzige

Fetische – solche, die welche sind und solche, die eigentlich keine sind, aber so heißen, sind aus keiner Männerfantasie wegzudenken. Unterwäsche gehört dazu, und als Körperteile besonders deine Brüste und – das staunst du wahrscheinlich – deine Füße. Es gibt mehr davon. Auch mehr, die süß schmecken oder salzig. Er verrät sie dir nicht, und wenn du sie nicht zufällig herausfindest – dann bleiben sie sein Geheimnis. Ob deutsche Männer Fetische auf Platz zwei bringen würden? Ich glaube eigentlich nicht.

Du kannst: Beobachten, ob er entsprechende geheime Wünsche hat, und ihm solche erfüllen, nach denen er sich sehnt. Die meisten dieser Wünsche sind ein bisschen pubertär. Kommt drauf an, ob du das akzeptierst.


01. Rollenspiele

Rollenspiele sind noch nicht lange populär – und trotzdem längst der Favorit. Im Gegensatz zu allem anderen, was ich euch schrieb (Fetische, Dominieren, Unterwerfen, Versklaven) beginnen Rollenspiele damit, dass du deine Bühne aufbereitest, dich verkleidest und dann eine Rolle spielst, die du im Leben niemals ausfüllst.

Du kannst: Eine Rolle aussuchen, die dir liegt. Ob sie ihm auch gefällt, ist ein bisschen Glückssache. Aber es ist besser, du spielst etwas, was du dir zutraust. Typische Rollen sind einmal „strenge“ Rollen wie Krankenschwestern, Lehrerinnen oder Erzieherinnen, dann aber auch „weiche“ wie Barfrauen, Huren oder Sekretärinnen. Wenn es dir und ihm gefällt, ist es am besten.

00. Der Bonus: Revanchieren

In einigen der Vorschläge habe ich euch gesagt: Du kannst versuchen, dich zu revanchieren. Der Deal geht so: Was er an dir tut, das darfst du auch an ihm tun. Und umgekehrt. Wünscht er sich Fellatio, dann verlange Cunnilingus. Will er anal, dann darfst du Pegging versuchen. Will er dich dominieren, so darfst du ihn das nächste Mal unterwerfen. Besteht er darauf, bei dir Voyeur zu sein, so verlange von ihm, dass er sich ebenso vorzeigt. Und der Dreier? Wenn du ihn wirklich durchziehen willst, verlange das nächste Mal, dass du einen zweiten Mann bekommst.

Das war das Ende für heute. Ich bin wirklich gespannt, ob ich etwas Ähnliches für Männer finde, und ob Männer sich wirklich bemühen würden, Frauenträume vorbehaltlos zu erfüllen.

Hinweis der Redaktion: Wir können zu unserem Bedauern nicht auf die Webseite verlinken, die als Referenz diente, und empfehlen stattdessen, für mehr Informationen einen Blick in die (auch in deutscher Sprache erschienenen) Ratgeber des populären Autors zu werfen.

Mehr Lust für sie: Was Frauen beim Sex verrückt macht
(She come first)
Mehr Lust für ihn: Was Männer beim Sex verrückt macht
(He comes next)


Diese Woche in Liebe: über 40, mal Mutter, mal lesbisch

Frauen um 40 sind häufig Thema in der Liebeszeitung, und darüber gab es diese Woche eine ganze Menge zu berichten,

Es begann mit einem eindringlichen, sehr bewegenden und über das übliche Maß ehrlichen Artikel in der Annabelle, mit dem Titel „Das beschissenste Alter für eine Frau, verlassen zu werden“. Da ist natürlich ein Alter, bei dem eine „Vier“ vorne steht. Da ergibt sich dann die neueste Frage der Frauen über 40: Heftig die eigene Lust ausleben, ernstlich einen Partner suchen, obgleich es immer schwerer fällt, oder sich den Frust „schön reden“? Etwas so: „Ach, ich brauche keinen Mann, ich habe ja so einen großen Bekanntenkreis!“ Ja, Scheiße, wenn mich sich ständig in die eigene Tasche lügen muss, nicht?

Etikett "Mütter" oder Frauen um die 40?

So ganz klar war mir nicht, was das ZDF mit der Sendung „Ich will einen Mann - Mütter auf Partnersuche“ eigentlich erreichen wollte. Die Sendung handelte weitgehend von inneren Konflikten dreier Frauen um die 40, die in der Persönlichkeit der Betroffenen lagen, und nicht in der Tatsache, dass sie Mütter sind. Das Etikett „Mütter“ wurde hier meiner Meinung nach aufgepeppt. Jede andere Frau mit ähnlichen Eigenschaften hätte vergleichbare Konflikte erlebt.

Dauerhafte Liebe: Umarmungen statt Sex

Wer bei der Beziehung oder ehe allein auf Sex setzt, ist verraten und verkauft. Dauerhaft zu lieben heißt vor allem: sich nahe sein. Das behauptet jedenfalls PARSHIP in einer Studie. Früher behauptet man ja, das „siebte Jahr“ sei das Jahr der ersten Sexkrisen in der Ehe- heute scheint bereits das dritte Ehejahr krisenhaft zu sein.

Kochende Innenarchitektin mit Cello?

In der Liebe punktet … angeblich die Kochkunst. Für Frauen kommt „Einrichtungsgeschmack und eine musikalische Ader“ hinzu. Meint eine Dating-Agentur ermittelt zu haben. Also: Eine kochende Innenarchitektin, die im „Klub der Kammermusik“ Cello spielt? (Cellistinnen gelten als ausgesprochen erotisch). Waren da nicht wieder ein paar Klischees im Suppentopf?

Jungfräulichkeit perdu … o Graus, o Graus

Die Wissenschaft stellte etwas über die Jungfräulichkeit fest, das mal wieder typisch durch die „Wissenschaftsbrille“ gesehen war. Scheuklappen, logisch oberflächlich und daher völlig einseitig stellten die Forscher fest, dass unser gesamtes Liebesleben vom Gelingen des „ersten Mals“ bestimmt wird. Dm muss natürlich widersprochen werden.

Die ist wohl lesbisch? Na so was, ey?

Lesbisch zu sein ist sowohl eine sexuelle Neigung wie auch eine Verhaltensweise. Heute sagt man ja vorschnell „Orientierung“ und fixiert damit den Lebensweg. Das ist, mit Verlaub, Wissenschaftler- und Szenengeschwätz. Der Weg hinein ist, wie der Weg hinaus, oft von Zufällen geprägt, und häufiger als Männer spielen Frauen auch mit ihren sexuellen Rollen. Lesbisch? Bi? Immer mehr Frauen, vor allem Prominente, sagen heute: Es kümmert mich nicht, wie mich die Menschen sehen: Ich bin sexuell, nicht lesbisch und nicht bisexuell. Was mich zu der Frage verleitet: Machen wir einen schweren Fehler, wenn wir uns immer öffentlich als „So-und-so-sexuell“ definieren müssen?

Übrigens: Auch in der zweiten Folge der Novelle „Die sinnliche Züchtigung“ kommt es weder zu lesbischen Intimitäten noch zu einer Züchtigung – Sie dürfen also gespannt sein, was als Nächstes geschieht.

Eine schicke Domina, eine kochende Hure und eine Inspektorengattin

Ina fiel es zuerst auf, bevor ich den Faden dann aufgenommen hatte: Da träumte die kreuzbrave Inspektorengattin doch tatsächlich in einem Krimi davon, mal die Peitsche zu schwingen und eine „Dominatrix“ zu werden. Es ging, wie kann es anders sein, um Morde und zwei ländliche bordellähnliche Betriebe. Der Edelpuff war als Kochschule getarnt, die Reitgerte wurde (wie sinnig) in einer Reitschule geschwungen. Wir haben uns die Mühe gemacht, einmal die „englische Erziehung“ mit Frauenträumen bei den „Shades of Grey“ zu vergleichen.

Warum Dating abgeschafft werden muss – oder auch nicht

Da ich je nun mal Dating-Experte (Experte für die Partnersuche“ wäre mir lieber) bin, habe ich mich an einen Artikel gewagt: „Wie wichtig ist Blogging für Dating-Seiten? Lesen Sie selbst – dann wissen Sie, wie man mit Blogs und Blogging als Wirtschaftsunternehmen Erfolg hat.

In den USA gibt es eine Diskussion darüber, warum Dating nicht mehr populär ist – aber dort bedeutete das landestypische Dating ja eher, „einer Frau den Hof machen“. Was sagt uns dies in Deutschland? Lesen sie den Artikel bitte sorgfältig, falls Sie gerade einen Partner suchen.

Seminare für Akademiker, um leichter Partner zu finden? Eine nette Geschäftsidee – leider scheitern die meisten Projekte dieser Art an der „Beratungsresistenz“ der Partnersuchenden. Mit anderen Worten: Sie sind zumeist unbelehrbar.

Eine neue sogenannte Dating-Show für die Dummbacken gibt es auch schon wieder, und gewisse Pressemitteilungen sollte man eigentlich in den Papierkorb werfen, vor allem, wenn die Dollarscheine schon zwischen die Zeilen geklemmt werden.

Und sonst noch ... Aktfotos

Bliebe noch: ein neuer, schicker Aktfotoband für Liebhaber des Genres. Ich selbst bin inzwischen ein wenig skeptisch, ob die publizierte Aktfotografie noch viel Zukunft hat – das wäre es interessant, Meinungen zu hören. Für Frauen, die ihrem Liebsten zum Valentinstag ein Aktfoto schenken wollen, liegen die Dinge natürlich anders: Nichts wie hin zum besten Fotografen der Region! Tipp: Gehen in Sie Kleinstädten nicht zum örtlichen Fotografen – dort wird über jeden und alles geredet.

Übrigens, Hallo ... ja Sie da draußen ... schreiben Sie doch mal an die Redaktion ...

Die Liebe: Bitte schämt euch nicht für eure Gefühle



Es ist merkwürdig, aber ich habe schon lange niemanden mehr über die Liebe reden hören. Nein, ich meine keine pubertierenden Teenager, die allerlei Gedicht absondern, und keine Romanautorinnen, die ihr dümmlich-romantisierendes Kitschgesülze leider immer noch als Bestseller an Frauen jeden Alters verkaufen können.

Wen ich wirklich meine, sind die Menschen, die Liebe suchen. Es ist doch sehr eigenartig, wie das Wort „Partnersuche“, oder noch schlimmer, das Wort „Dating“ für den menschlichen Wunsch nach Liebe benutzt wird. Nun sagt bitte nicht, ich würde solche Wörter ja selber benutzen. Tatsache ist, dass mir in der Netzwelt gar keine andere Wahl bleibt.

Die Liebe ist nicht peinlich

Ich meine auch gar nicht die Medien. Ich meine alle die Menschen, die sich kaum mehr wünschen, als sich die Liebe ins Haus zu holen, aber die sich dennoch schämen, es auszusprechen. Ja, es ist wahr: in einer Zeit, in der es kaum noch jemandem peinlich ist „Sex zu haben“ (auch so ein lästiges Wortgebilde), schämen sich die Menschen offenbar, innige Gefühle zu haben: „Liebe zu suchen“ gilt in weiten Teilen der Bevölkerung bereits als unfein. Man hat keine Gefühle zu haben. Man will seine Wünsche, Ansprüche, Forderungen oder was auch immer sonst erfüllt wissen.

Wo sind die jungen Frauen, die noch sagen „ich suche eine große Liebe?“ Heute sagen sie, „ich suche einen Traummann“ und fallen damit eher auf die Stufe kleiner Mädchen zurück. Es ist erschreckend albern, einen Traummann zu suchen, und es ist sehr natürlich, nach der großen Liebe zu suchen, wenngleich auch sie wahrscheinlich eine „Nummer kleiner“ ausfallen wird.

Es muss nicht immer die „große Liebe“ sei. Die Liebe selbst ist reichlich ins Hintertreffen gekommen. Was bringt denn bitte schon die ewige Suche nach diesem absolut widerwärtigen Begriff „Mr. Right“? Können unsere jungen Frauen nicht einfach unbeschwert lieben, wie es ihnen einstmals die Mütter der Frauenbefreiung verhießen? Müssen sie wirklich so lange suchen, bis sie den „perfekten Mann“ gefunden haben? Ist es richtig, diesen Mann erst mit 35 zu suchen?

Sinnlos verlieben - warum eigentlich nicht?

Manchmal hört man es noch: „Du, ich möchte mich mal wieder wirklich so Hals über Kopf sinnlos verlieben“. Ich höre so etwas gerne, weil es so verrückt lebendig klingt, so ganz ohne Hintersinn und Abwägung. Bis an den Rand des Wahnsinns ausgebrannt werden vor Liebesglut ist sicher nicht immer erstrebenswert, aber wer wollte, im Nachhinein betrachtet, schon die Liebe vermissen, der er mit Haut und Haar verfallen war?

Das klingt anders als „Notgeil“ zu sein, sich in eine Hotelbar zu setzen und dort mit einem Gast „Sex zu haben“, nicht wahr? Es klingt auch anders als „der Mann, der mich treffen will, muss erst einmal beweisen, dass er mich auch verdient“.

Manchmal, wenn ich so nachdenke über die Zeit, insbesondere aber über die deutsche Befindlichkeit, dann merke ich, wie viel den Menschen heute entgeht mit ihrer Arroganz, ihrer „Coolness“ und der generellen Überbewertung ihrer Persönlichkeit.

Was sind wir schon? Und vor allem, was sind wir, wenn wir uns nicht mehr einlassen auf die Gewalt der Gefühle? Müssen wir wirklich unserer Umgebung diesen Popanz von Großartigkeit vorführen? Können wir nicht einfach einmal wieder schwach werden und uns ganz auf dem Meer der Sinne treiben lassen? Sicher, dazu braucht man auch Rückhalt und Kondome. Aber so etwas habt ihr doch alle, oder etwa nicht?

Warum muss ich nur immer in Hildegard Knef denken, wenn ich so etwas schreibe? Sie sang noch davon, dass der „Mensch sich für sein Gefühl“ schämt und meinet die sexuelle Hingabe (so war es damals üblich) – und heute? Heute schämen wir uns offenbar dafür, überhaupt zu lieben oder geliebt werden zu wollen.

Mein bester Rat zu den bevorstehenden Fest- und Feiertagen: Liebt, lasst euch lieben, weint Tränen der Freude und des Leids. Und schert euch den Teufel darum, was andere über euch und eure Gefühle sagen. Die geht das nämlich einen feuchten Kehricht an.

Ein kleiner Nachsatz: Mir ist bewusst, dass ich im Titel besser "Schämt euch nicht eurer Gefühle" geschrieben hätte, aber wer hätte denn das wieder gelesen?

Foto: © 2008 by Victor Bezrukov

Die erotischen Träume der Frauen



Die erotischen Träume der Frauen - einst und jetzt

Die bürgerliche Welt gab sich stets schockiert, wenn erotische Fantasien angesprochen wurden. Auf dem Höhepunkt der bürgerlichen Gesellschaft schrieb ein forensischer Psychiater ein Buch, das bald überall zitiert werden sollte: Es hieß „Psychopathia Sexualis“ und sein Autor war der auch heute noch viel zitierte Freiherr Dr. Richard von Krafft-Ebing. Wer es lesen wollte, musste ein wenig Fantasie zischen den Zeilen aufwenden, und auch Lateinkenntnisse nützten: Dann bot sich die ganze Vielfalt männlicher Abgründe – aber kaum solche weiblicher erotischer „Perversionen“.

Die „große Literatur“ lieferte manche Vorlage. Vor allem aber war es ein gewisser Ritter von Sacher-Masoch, der die Fantasien durch sein Werk „Venus im Pelz“ anheizte, einen Roman um Pelzfetischismus, Hörigkeit und Schläge. Der Ritter selber musste in den teilweise autobiografischen Roman stets als Kronzeuge für die Verwerflichkeit seines Handelns hinhalten – Wanda, die verführerische, aber auch durchtriebene Frau, wurde nicht als „pervers“ angesehen.

Die ersten Anklänge an die erotische Fantasiewelt der Frauen

Noch wildere Bücher weiblicher Sinnlichkeit wurden unter dem Ladentisch gehandelt, beispielsweise das wilderotische, grausam-schöne Untergrundwerk „Beauty and Birch“, ein 1906 erschienener Briefroman, der nicht nur alle männlichen Fantasien der Unterwerfung von Frauen schildert, sondern auch beschreibt, wie eine vornehme junge Frau genüsslich zusieht, wie ihre Geschlechtsgenossinnen malträtiert werden: „Sie werden heute Nacht zu jeder vollen Stunde für fünf Minuten die Rute bekommen. Ich kann nur hoffen, es werden 10 Minuten sein“. Das Zitat ist einer der harmloseren Stellen des Buches.

Ebenso genüsslich und in plastischer Schilderung peitschen die Damen der Gesellschaft ihre Dienstmädchen im lesbischen Flagellantenroman „Die Wonnen der Rute“ (1889) aus, etwa wenn die Herrin ihre Dienstmädchen so heftig peitscht, bis sich die „fleischigen Hinterbacken spreizen“ und sich so das „hochrote Liebesparadies … abwechselnd öffnet und wieder schließt“. Allerdings konnte niemals verifiziert werden, ob dieses Buch von einer Frau stammt, da es unter einem Pseudonym veröffentlicht wurde.

Selbst gegenüber Ärzten schwiegen Frauen wie Austern

Bereits in der bürgerlichen Epoche drang gelegentlich an die Öffentlichkeit, dass auch Frauen erotische Fantasien hatten, doch weigerte sich die Gesellschaft konstant, diese zur Kenntnis zu nehmen. Man kann daran sehen, wie das Bürgertum seine Fassade voll im Griff hatte – sogar gegenüber Ärzten. Der bereits erwähnte Krafft-Ebing scheiterte beispielsweise an der Beschreibung des Sadismus der Frau, weil die betreffenden Personen nicht zu seiner Klientel gehörten, und er verweist auf „die Geschichte“, in der sich „Beispiele von illustren Frauen“ befänden, deren „Herrschsucht, Wollust und Grausamkeit die Annahme einer sadistischen Perversion“ nahelegten. Auch über den weiblichen Masochismus weiß er nicht viel, obwohl er behauptet, „beim Weibe sei die Unterordnung unter das andere Geschlecht eine physiologische Erscheinung“. Warum man dennoch keine Kenntnisse darüber hatte, begründete er so:

„Innere und äußere Widerstände, Schamgefühl und Sittsamkeit stellen naturgemäß beim Weibe dem Durchbruch perverser sexueller Triebe nach außen fast unüberwindliche Hindernisse entgegen“


Der erste große erotische Roman einer Frau war ein Schock

Es sollte noch viele Jahre dauern, bis zum ersten Mal ein Roman veröffentlich wurde, der wilde, verwegene Fantasien einer Frau enthielt: Die Geschichte der O, 1954 erschienen, beschreibt in einer für die damalige Zeit erschreckend plastischen Weise die vollständige, freiwillige und bisweilen brutale sexuelle Versklavung einer jungen Frau. Doch das, was die Menschen wirklich entsetzte, war nicht die ausgesprochen freizügige und detaillierte Schilderung selbst, sondern die Tatsache, dass die junge Frau ihre Lust am Schmerz schilderte, die sie dabei empfand.

Die Wahrheit über die sexuellen Frauenfantasien, aus der ja die „Geschichte der O.“ restlos entsprungen war, wurde allerdings weiter unterdrückt – und nicht nur vom weiterhin bigotten und biedermännischen Bürgertum. Auch die Feministinnen versuchten, eine Art „Reinheitsgebot“ für Frauen durchzusetzen, deren Wesen im Grunde immer „edel und gut“ sei, die aber durch Männer verdorben würden und nur deshalb zu irgendwelchen Sauereien bereit seien. Schon bald kam es zu einer intellektuellen Diktatur des Feminismus in den Medien, in der jeder Redakteur als Chauvinist beschimpft worden wäre, der es gewagt hätte, die Wahrheit zu schreiben.

Wilde erotische Frauenfantasien am Ort des sicheren Rückzugs

Auch heute ist es schwierig, das Thema neutral anzusprechen: die Reste des Bürgertums und des Feminismus, vor allem aber die fundamentalistisch, grün oder klerikal engagierte Gutmenschenschaft versucht nach wie vor, das Bild eines „edleren“ Geschlechts hochzuhalten.

Auf der anderen Seite gibt es heute bereist viele Frauen, die zu ihren eigenen Fantasien stehen. „Fantasien“, so heißt es, „sind ein Ort des sicheren Rückzugs“ – und dort ist dann eben alles möglich: Sex mit mehreren Männern, mit Frauen, Paaren oder Angehörigen anderer Ethnien sind relativ harmlose Formen der Fantasie. Verhört, geschlagen oder gefoltert zu werden oder auch selbst zu verhören, zu schlagen und zu foltern, sind die stärkeren. Worüber kaum geredet wird: Der Traum von der spontanen, totalen und kompromisslosen Unterwerfung wird ebenso geträumt wie entsprechende Fantasien, Männern solange zu malträtieren, bis sie willenlose Werkzeuge der Lust werden.

Weibliche Lustträume - Ausleben oder in der Fantasie lassen?

Sollten Frauen ihre Träume nun ausleben oder verwirklichen? Die meisten Psychologinnen und Psychologen raten dabei zu äußerster Vorsicht. Die Schwelle vom Traum zur Wirklichkeit wird oft unterschätzt, denn keinesfalls finden sich immer und überall zuverlässige, bereitwillige Männer und Frauen, die solche Fantasien unterstützen. Da viele „gute“ Männer weibliche Wünsche nach Unterwerfung ablehnen würden, sei die Gefahr, an einen wirklichen Sadisten zu geraten, viel zu groß. Bei anderen erotischen wünschen müsse man genau prüfen, was man damit erreiche und was man vielleicht gefährde. Ehefrauen müssten beispielsweise damit rechnen, dass der Ehemann einem gemeinsamen Dreier einem Mann nicht zustimmen wird – man riskiere also mindestens einen Ehekrach.

Doch es gibt einen Ausweg: Man kann den Freund oder Ehemann schrittweise in die eigenen Fantasien einweihen und dafür sorgen, dass er mehr und mehr daran partizipiert – dies ist in Rollenspielen ohne Weiteres möglich, vor allem dann, wenn die Frau einmal dominieren will. Schwieriger wird es nach Berichten von verheirateten oder anderweitig gebundenen Frauen, wenn der Mann dominieren soll. Insbesondere, wenn die Frau bereits Mutter ist, wird dieser Wunsch von Männern oft als „extrem abartig“ empfunden. Wer sich dann immer noch quälen, schlagen oder erniedrigen lasse will, muss schon ins Domina-Studio gehen:.

Bildnachweis:
Oben: historisches koloriertes foto
Mitte Illustration: Helga Bode, Illustration, Ausschnitt
Mitte Foto:© 2007 by platinumblondelife
Unten: © 2007 by milena mihaylova