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Die Cuckold-Beziehung – was ist das eigentlich wirklich?

Klischees über Cuckolds
Der Artikel "Die Cuckold-Beziehung – was ist das eigentlich wirklich?" befasst sich mit den Hintergründen, der Lebenswirklichkeit und den Fantasien von Männern, die ihren Ehefrauen beim "Fremdgehen" zusehen wollen.

Ein recht bekannter Autor und Kritiker von Erotik-Literatur schrieb neulich (1),

Eine große Anzahl meiner Geschichten basieren auf Erfahrungen mit „Hotwives“ und ihren Ehemännern, die „Cuckolds“ sind. „Hotwives“ sind ein populäres Thema in der erotischen Literatur, und es macht Freude, über sie zu schreiben.

Was ist an den "Hotwives" so sexy?

Beginnen wir mal mit den Grundlagen: Was sind Hotwives und warum sind sie so sexy?

Hotwives sind überwiegend verheiratete Frauen, die sich in einem Milieu bewegen, das „Sex“ als eine Art „experimentelles Vergnügen“ ansieht. Die üblichen Emotionen wie Verliebtheit, Eifersucht und „emotionale Bindung durch Geschlechtsverkehr“ sind ihnen fremd oder mit den Jahren verloren gegangen. Worauf das zurückzuführen ist, wurde noch niemals untersucht. Sie selbst würden sich wahrscheinlich als „sexpositiv“ bezeichnen.

Treibt der Ehemann die Ehefrau zu sexuellen Experimenten an?

Die Frage nach dem „Warum“ ist immer müßig. Eine gängige Theorie, die auch in der einschlägigen Literatur ständig vorkommt, besteht darin, dass der Ehemann die treibende Kraft ist. Das heißt: Es wären dann seine Träume, die er mithilfe der Ehefrau verwirklichen will. Dem entgegen steht der Gewinn für die Frau, die auf diese Weise zu wechselnden Liebhabern kommt, ohne heimlich „fremdgehen“ zu müssen. Mit einem Satz: Falls die Frau den Wunsch hat, mit mehreren Partnern sexuell zu verkehren, kommt Cuckolding neben Triolen, Partnertausch, Swinger-Dasein und die Teilnahme an Orgien durchaus infrage.

Cuckolding in Frauenträumen?

Nach einer gängigen Überlegung ist jede Frau „sexy“, die sich als sexuell offen erweist. Mit ihr will jeder Mann flirten, und jeder, der den Mut hat, versucht, sie von sich als Mann und Liebhaber zu überzeugen. Wir wissen, wie sehr Frauen davon träumen, die Wahl zwischen mehreren Männern zu haben – sozial, emotional und sexuell. Wie so oft in der Welt der überzogenen sexuellen Fantasien, bleibt es zumeist beim Träumen.

Nach einer anderen Überlegung ist es der Mann, der sexuell oder emotional die Lust entwickelt, „seiner“ Frau dabei zuzusehen, wie sie mit einem Mann geschlechtlich verkehrt. Auch dieser Effekt ist oft beschrieben worden.

Die Frage nach der Initiative

Wenn eine unangenehme Frage ansteht, möchten viele Personen nicht die ersten sein, die einen Vorschlag machen. Das gilt auch für Paare, die sich nach „Erweiterungen“ sehnen. Insofern hoffen Paare oft, dass „der/die andere“ den Vorschlag unterbreitet. Wie die Entscheidungen zustande kommen, ist dennoch ziemlich unklar. Manche steuern „Brotkrumen“ aus, in der Hoffnung, der andere möge die Gedanken erraten, andere benötigen eine Sektlaune, um ihre Wünsche zusammenzutragen. Nirgendwo ist erkennbar, dass die Initiative ausschließlich „vom Cuckold“ oder „vom Hotwife“ ausgeht.

Die Verzerrung durch Pornografie

In der Pornografie wird das Thema außerordentlich häufig behandelt. Dabei werden Klischees verwendet, die nicht dazu dienen, eine Cockold-Beziehung zu erhellen, und es sind dies insbesondere fünf Punkte:

1. Der „Dritte“, auch „Bull“ genannte, muss weder maskuliner noch dunkelhäutiger sein als der Ehemann.
2. Die Bedeutung des „Dritten“ wird in der Pornografie übertrieben. Er wird offenbar eher „benutzt“ um das Szenario mit Inhalt zu füllen. Auch in der Literatur hört man wenig über seine Motive.
3. Der Ehemann muss nicht in einer „Weiblich dominierten Beziehung“ (FLR) leben.
4. Es gibt keinen Grund, beim Ehemann einen „kleinen Penis“ zu vermuten.
5. Es ist nicht üblich bei Paaren, Keuschheitsgeschirre im Einsatz zu haben.

Die Realität

Fasst man all dies zusammen, so bleibt eine Triole, in der das Geschehen von der Frau bestimmt wird. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass sich der Ehemann zunächst nicht beteiligt. Diese „Nichtbeteiligung“ wird der Fantasie wie auch in der Pornografie oft „erzwungen“. Wie die „Realität“ aussieht, weiß niemand – schon allein deswegen, weil das Geschehen ja nicht, wie etwa bei Swingern, „öffentlich“ abläuft. Spekulativ könnte man annehmen, dass die Paare eher erpicht darauf sind, diese „kleinen Geheimnisse“ zu wahren, weil sie für beide Teile ehrenrührig werden könnten. (2)

Da einzige, was wir an plausiblen Schilderungen finden konnten, war diese Aussage (3):

Ich weiß nicht, ob Cuckolding wirklich populärer wird. Die plötzliche Popularität” führe ich eher auf Pornografie oder auf Untergrund-Zirkel zurück, die Vanille-Sex ablehnen.

Können wir die Aussage verifizieren?

Theoretisch ist die Erfüllung einer sexuellen Sehnsucht immer davon abhängig, wie groß der Wunsch danach ist, wie hoch die emotionalen Hürden sind und letztlich, wie hoch der Aufwand ist, dahinzukommen. Bei Paaren kommt noch die Schwierigkeit dazu, Einigkeit über die Vorgänge an sich und über die Abläufe zu erzielen.

Beim Cuckolding (ausschließlich bei heterosexuellen Männern) geistert eine Zahl von 52 Prozent (4) durch das Internet – sie wirkt seriöser als viele andere. Obgleich in anderen Studien nicht explizit nach „Cuckolding“ gefragt wurde, sind die geheimen Träume am Zusehen, an Triolen und an Orgien weit verbreitet – auch bei Frauen.

Große geheime Lüste und feuchte Träume - wenig Realität

Wir stellen also fest: Die geheimen Lüste sind offenbar hoch anzusetzen. Dafür spricht auch die Popularität von „schmutzigem“ Cuckolding in der Pornografie. Die emotionalen Hürden sind vergleichsweise hoch - das gilt im Übrigen für jeden „Dreier“, besonders aber für FMM-Dreier, die von Frauen angestoßen werden. Und das Angebot an tatsächlich geeigneten „Dritten“ ist vergleichsweise niedrig.

Wer ist eigentlich interessiert?

Noch recht wenig Licht fiel bislang auf Männer, die ihrer Partnerin beim Verkehr mit einer Frau zusehen wollten. Aber auch auf Frauen, die dabei zusehen wollten, wie ihr Ehemann oder fester Partner sich mit einer Frau oder einem Mann vergnügt. Offenkundig glaubt die Welt, es sei stets der Mann, der sich der Spermienkonkurrenz aussetzen möchte und deshalb andere Gefühle billigend in Kauf nimmt.

Hinweise:

Dieser Beitrag ist in Teilen ein Meinungsbeitrag. Du kannst helfen, ihn zu verifizieren oder auch zu falsifizieren.

(1) Erotica Readers
(2)Psychology Today
(3) Nicht szenentypische Aussage in einem Forum.
(4) Washington Post.

Bild © 2020 by Liebesverlag.de

Erotische Dominanz – die Vielfalt der ungewöhnlichen Lüste

Dominiert zu werden - unter den ersten zehn frivolen Frauenträumen (1)
Erotische Dominanz – wenn du zu diesem Thema etwas im Internet suchst, bekommst du neben den üblichen Pornos vor allem Webseiten, auf denen Frauen erotische Dienste anbieten. Eine oder keine professionelle Domina – für jeden Herrn ist die passende Behandlung verfügbar – von der Keuschhaltung bis Zwangsentsamung. Die meisten Internetbesucher sehe daher die Dominanz im Licht der käuflichen Dienstleiterin, die sich als "Domina" vermarktet.

Echte erotische Dominanz als „Lifestyle“ oder 24/7-Beziehung ist sehr selten und fast nie angebracht, weil sie oft zur Versklavung von Körper, Geist und Psyche führt, auch wenn dies nicht von Anfang an klar ist. Und Dominanz als Spiel ist davon abhängig, wie gut die Spieler sind – insbesondere der Spieler, der die dominante Rolle übernommen hat.

Sinnliche Dominanz - Vielfalt und nicht einfach Schläge

Das Interesse an sinnlicher Dominanz ist größer als das Interesse an Spanking (Po verhauen oder andere Strafspiele) oder Bondage (Fesselungen und Hemmungen der Wahrnehmung). Doch erotische oder sexuelle Dominanz zum Lustgewinn ist weit verbreitet: Sowohl aktiv wie auch passiv liegen Frauen und Männer in der Gegend von 50 Prozent der Bevölkerung – was die Sehnsüchte betrifft.

Dominanz - wer sie will, muss Hürden überwinden

Dominanz drückt sich dabei in vielerlei aus – vor allem aber darin, wer bestimmen darf, was geschehen soll, und natürlich, wie bereitwillig oder zögerlich der Partner auf das Ansinnen reagiert. Ob Scham, Anstand oder gar Ekel – in der Regel müssen beide Partner ein paar Hürden überwinden, um in die gewünschte Rolle hineinzuwachsen. Typische Probleme, die auch Vanille-Paare haben, müssen zuerst besprochen werden: Wie ist es mit Intimküssen? Wer darf oder sollte dem anderen orale Lüste bereiten? Darf oder soll der andere masturbiert werden, und falls ja, bis zum Limit, darüber hinaus oder gar so oft, bis sich die Lust in süße Qualen verwandelt? Und falls Schmerz zum Repertoire gehören soll: Welche Instrumente sollen eingesetzt werden, und wie soll die Prozedur ausgeführt werden?

Dominanz hat viele Gesichter

Viele Paar stellen im Laufe ihrer Spiele fest, dass sie nach und nach mutiger werden und sich trauen, vom Partner auch einmal etwas höchst Ungewöhnliches zu erbitten. Und nicht wenige Paare beweisen, dass sie sowohl die eine wie auch die andere Seite der Dominanz in sich tragen: Mal wollen sie aktiv dominant sein und mal wollen sie die Dominanz als „Unterwürfige“ genießen. Was eigentlich nicht mit „passiv“ gleichzusetzen ist, weil damit auch Forderungen verbunden sind.

Es ist nicht alles so, wie es zu sein scheint. Erotische Dominanz ist meist chic und vielfältig, aber sie kann auch entsetzlich, hinterhältig und einseitig sein. Und dies betrifft offenkundige SM-Paare genauso wie Hans und Grete, die sich als „Vanilla“ definieren.

(1) Die Statistik bildet nur Träume und Vorstellungen von Frauen ab, keine realen Aktivitäten.

Zehn Männerwünsche, ihre Erfüllung und die Revanche

Zweiter Teil - Zehn Männerwünsche plus ein Bonuswunsch - wilde Spiele

Den ersten Teil mit den Männerwünschen von 10 bis sechs findest du im Link.

05. Sklave sein wollen

Wenn du dich noch an Punkt 10 erinnerst – da wünscht er sich eine dominante Frau, die ihn reizt. Hier ist die Rede von seinem Wunsch nach (völliger) Unterwerfung. Das beinhaltet oft, dass er gefesselt, gequält oder geschlagen werden will. Manche Männer wollen dann auch „genommen“ werden.

Du kannst: Ausprobieren, ob er es wirklich will. Verlange von ihm, dass er deine Finger oder Handflächen, Achseln oder Füße leckt. Wenn ja, kannst du ihn behandeln „wie einen Sklaven.“ Gehe nicht zu weit, bevor du nicht weißt, ob er es wirklich mag.

04. Zurschaustellung

Der Wunsch, gemeinsam Sex in der Öffentlichkeit zu haben, ist verbreitet. Ihn zu realisieren, ist schwierig. Was „öffentlich“ ist und wie erregend das Risiko ist, „erwischt zu werden ist“ aber unterschiedlich. Sich „erregend zur Schau zu stellen“ geht aber auch noch anders: wenn du irgendwo sexuell provozierst, wo außer deinem Partner noch viele andere Männer sind.

Du kannst: Versuche, das Risiko so gering wie möglich zu halten. Ihr müsst es als Risiko empfinden, aber es muss nicht wirklich eines sein. Manchmal reicht es schon, im Mini-Kleid ohne Slip auf eine Party zu gehen.

03. Dominieren (er dich)


Ei hoppla, da haben wir die „50- Shades-Of-Grey“ Version. Er will dich dominieren wie Mr. Grey. Das heißt, er will dich fesseln, erniedrigen und schlagen. Shocking? Oder auch dein Traum? Die Meinungen darüber gehen auseinander.

Du kannst: Lass dich nur mit einem guten Freund, deinem ständigen Lover oder deinem Ehemann darauf ein, nicht mit Fremden. Es ist viel zu gefährlich, das zu tun. Meistens beginnen Paare damit, dass er dir den Po verhaut. Wenn dir das Lust macht, kannst du mehr ausprobieren.

02. Süße Fetische – und salzige

Fetische – solche, die welche sind und solche, die eigentlich keine sind, aber so heißen, sind aus keiner Männerfantasie wegzudenken. Unterwäsche gehört dazu, und als Körperteile besonders deine Brüste und – das staunst du wahrscheinlich – deine Füße. Es gibt mehr davon. Auch mehr, die süß schmecken oder salzig. Er verrät sie dir nicht, und wenn du sie nicht zufällig herausfindest – dann bleiben sie sein Geheimnis. Ob deutsche Männer Fetische auf Platz zwei bringen würden? Ich glaube eigentlich nicht.

Du kannst: Beobachten, ob er entsprechende geheime Wünsche hat, und ihm solche erfüllen, nach denen er sich sehnt. Die meisten dieser Wünsche sind ein bisschen pubertär. Kommt drauf an, ob du das akzeptierst.


01. Rollenspiele

Rollenspiele sind noch nicht lange populär – und trotzdem längst der Favorit. Im Gegensatz zu allem anderen, was ich euch schrieb (Fetische, Dominieren, Unterwerfen, Versklaven) beginnen Rollenspiele damit, dass du deine Bühne aufbereitest, dich verkleidest und dann eine Rolle spielst, die du im Leben niemals ausfüllst.

Du kannst: Eine Rolle aussuchen, die dir liegt. Ob sie ihm auch gefällt, ist ein bisschen Glückssache. Aber es ist besser, du spielst etwas, was du dir zutraust. Typische Rollen sind einmal „strenge“ Rollen wie Krankenschwestern, Lehrerinnen oder Erzieherinnen, dann aber auch „weiche“ wie Barfrauen, Huren oder Sekretärinnen. Wenn es dir und ihm gefällt, ist es am besten.

00. Der Bonus: Revanchieren

In einigen der Vorschläge habe ich euch gesagt: Du kannst versuchen, dich zu revanchieren. Der Deal geht so: Was er an dir tut, das darfst du auch an ihm tun. Und umgekehrt. Wünscht er sich Fellatio, dann verlange Cunnilingus. Will er anal, dann darfst du Pegging versuchen. Will er dich dominieren, so darfst du ihn das nächste Mal unterwerfen. Besteht er darauf, bei dir Voyeur zu sein, so verlange von ihm, dass er sich ebenso vorzeigt. Und der Dreier? Wenn du ihn wirklich durchziehen willst, verlange das nächste Mal, dass du einen zweiten Mann bekommst.

Das war das Ende für heute. Ich bin wirklich gespannt, ob ich etwas Ähnliches für Männer finde, und ob Männer sich wirklich bemühen würden, Frauenträume vorbehaltlos zu erfüllen.

Hinweis der Redaktion: Wir können zu unserem Bedauern nicht auf die Webseite verlinken, die als Referenz diente, und empfehlen stattdessen, für mehr Informationen einen Blick in die (auch in deutscher Sprache erschienenen) Ratgeber des populären Autors zu werfen.

Mehr Lust für sie: Was Frauen beim Sex verrückt macht
(She come first)
Mehr Lust für ihn: Was Männer beim Sex verrückt macht
(He comes next)


Diese Woche in Liebe: über 40, mal Mutter, mal lesbisch

Frauen um 40 sind häufig Thema in der Liebeszeitung, und darüber gab es diese Woche eine ganze Menge zu berichten,

Es begann mit einem eindringlichen, sehr bewegenden und über das übliche Maß ehrlichen Artikel in der Annabelle, mit dem Titel „Das beschissenste Alter für eine Frau, verlassen zu werden“. Da ist natürlich ein Alter, bei dem eine „Vier“ vorne steht. Da ergibt sich dann die neueste Frage der Frauen über 40: Heftig die eigene Lust ausleben, ernstlich einen Partner suchen, obgleich es immer schwerer fällt, oder sich den Frust „schön reden“? Etwas so: „Ach, ich brauche keinen Mann, ich habe ja so einen großen Bekanntenkreis!“ Ja, Scheiße, wenn mich sich ständig in die eigene Tasche lügen muss, nicht?

Etikett "Mütter" oder Frauen um die 40?

So ganz klar war mir nicht, was das ZDF mit der Sendung „Ich will einen Mann - Mütter auf Partnersuche“ eigentlich erreichen wollte. Die Sendung handelte weitgehend von inneren Konflikten dreier Frauen um die 40, die in der Persönlichkeit der Betroffenen lagen, und nicht in der Tatsache, dass sie Mütter sind. Das Etikett „Mütter“ wurde hier meiner Meinung nach aufgepeppt. Jede andere Frau mit ähnlichen Eigenschaften hätte vergleichbare Konflikte erlebt.

Dauerhafte Liebe: Umarmungen statt Sex

Wer bei der Beziehung oder ehe allein auf Sex setzt, ist verraten und verkauft. Dauerhaft zu lieben heißt vor allem: sich nahe sein. Das behauptet jedenfalls PARSHIP in einer Studie. Früher behauptet man ja, das „siebte Jahr“ sei das Jahr der ersten Sexkrisen in der Ehe- heute scheint bereits das dritte Ehejahr krisenhaft zu sein.

Kochende Innenarchitektin mit Cello?

In der Liebe punktet … angeblich die Kochkunst. Für Frauen kommt „Einrichtungsgeschmack und eine musikalische Ader“ hinzu. Meint eine Dating-Agentur ermittelt zu haben. Also: Eine kochende Innenarchitektin, die im „Klub der Kammermusik“ Cello spielt? (Cellistinnen gelten als ausgesprochen erotisch). Waren da nicht wieder ein paar Klischees im Suppentopf?

Jungfräulichkeit perdu … o Graus, o Graus

Die Wissenschaft stellte etwas über die Jungfräulichkeit fest, das mal wieder typisch durch die „Wissenschaftsbrille“ gesehen war. Scheuklappen, logisch oberflächlich und daher völlig einseitig stellten die Forscher fest, dass unser gesamtes Liebesleben vom Gelingen des „ersten Mals“ bestimmt wird. Dm muss natürlich widersprochen werden.

Die ist wohl lesbisch? Na so was, ey?

Lesbisch zu sein ist sowohl eine sexuelle Neigung wie auch eine Verhaltensweise. Heute sagt man ja vorschnell „Orientierung“ und fixiert damit den Lebensweg. Das ist, mit Verlaub, Wissenschaftler- und Szenengeschwätz. Der Weg hinein ist, wie der Weg hinaus, oft von Zufällen geprägt, und häufiger als Männer spielen Frauen auch mit ihren sexuellen Rollen. Lesbisch? Bi? Immer mehr Frauen, vor allem Prominente, sagen heute: Es kümmert mich nicht, wie mich die Menschen sehen: Ich bin sexuell, nicht lesbisch und nicht bisexuell. Was mich zu der Frage verleitet: Machen wir einen schweren Fehler, wenn wir uns immer öffentlich als „So-und-so-sexuell“ definieren müssen?

Übrigens: Auch in der zweiten Folge der Novelle „Die sinnliche Züchtigung“ kommt es weder zu lesbischen Intimitäten noch zu einer Züchtigung – Sie dürfen also gespannt sein, was als Nächstes geschieht.

Eine schicke Domina, eine kochende Hure und eine Inspektorengattin

Ina fiel es zuerst auf, bevor ich den Faden dann aufgenommen hatte: Da träumte die kreuzbrave Inspektorengattin doch tatsächlich in einem Krimi davon, mal die Peitsche zu schwingen und eine „Dominatrix“ zu werden. Es ging, wie kann es anders sein, um Morde und zwei ländliche bordellähnliche Betriebe. Der Edelpuff war als Kochschule getarnt, die Reitgerte wurde (wie sinnig) in einer Reitschule geschwungen. Wir haben uns die Mühe gemacht, einmal die „englische Erziehung“ mit Frauenträumen bei den „Shades of Grey“ zu vergleichen.

Warum Dating abgeschafft werden muss – oder auch nicht

Da ich je nun mal Dating-Experte (Experte für die Partnersuche“ wäre mir lieber) bin, habe ich mich an einen Artikel gewagt: „Wie wichtig ist Blogging für Dating-Seiten? Lesen Sie selbst – dann wissen Sie, wie man mit Blogs und Blogging als Wirtschaftsunternehmen Erfolg hat.

In den USA gibt es eine Diskussion darüber, warum Dating nicht mehr populär ist – aber dort bedeutete das landestypische Dating ja eher, „einer Frau den Hof machen“. Was sagt uns dies in Deutschland? Lesen sie den Artikel bitte sorgfältig, falls Sie gerade einen Partner suchen.

Seminare für Akademiker, um leichter Partner zu finden? Eine nette Geschäftsidee – leider scheitern die meisten Projekte dieser Art an der „Beratungsresistenz“ der Partnersuchenden. Mit anderen Worten: Sie sind zumeist unbelehrbar.

Eine neue sogenannte Dating-Show für die Dummbacken gibt es auch schon wieder, und gewisse Pressemitteilungen sollte man eigentlich in den Papierkorb werfen, vor allem, wenn die Dollarscheine schon zwischen die Zeilen geklemmt werden.

Und sonst noch ... Aktfotos

Bliebe noch: ein neuer, schicker Aktfotoband für Liebhaber des Genres. Ich selbst bin inzwischen ein wenig skeptisch, ob die publizierte Aktfotografie noch viel Zukunft hat – das wäre es interessant, Meinungen zu hören. Für Frauen, die ihrem Liebsten zum Valentinstag ein Aktfoto schenken wollen, liegen die Dinge natürlich anders: Nichts wie hin zum besten Fotografen der Region! Tipp: Gehen in Sie Kleinstädten nicht zum örtlichen Fotografen – dort wird über jeden und alles geredet.

Übrigens, Hallo ... ja Sie da draußen ... schreiben Sie doch mal an die Redaktion ...

Die Liebe: Bitte schämt euch nicht für eure Gefühle



Es ist merkwürdig, aber ich habe schon lange niemanden mehr über die Liebe reden hören. Nein, ich meine keine pubertierenden Teenager, die allerlei Gedicht absondern, und keine Romanautorinnen, die ihr dümmlich-romantisierendes Kitschgesülze leider immer noch als Bestseller an Frauen jeden Alters verkaufen können.

Wen ich wirklich meine, sind die Menschen, die Liebe suchen. Es ist doch sehr eigenartig, wie das Wort „Partnersuche“, oder noch schlimmer, das Wort „Dating“ für den menschlichen Wunsch nach Liebe benutzt wird. Nun sagt bitte nicht, ich würde solche Wörter ja selber benutzen. Tatsache ist, dass mir in der Netzwelt gar keine andere Wahl bleibt.

Die Liebe ist nicht peinlich

Ich meine auch gar nicht die Medien. Ich meine alle die Menschen, die sich kaum mehr wünschen, als sich die Liebe ins Haus zu holen, aber die sich dennoch schämen, es auszusprechen. Ja, es ist wahr: in einer Zeit, in der es kaum noch jemandem peinlich ist „Sex zu haben“ (auch so ein lästiges Wortgebilde), schämen sich die Menschen offenbar, innige Gefühle zu haben: „Liebe zu suchen“ gilt in weiten Teilen der Bevölkerung bereits als unfein. Man hat keine Gefühle zu haben. Man will seine Wünsche, Ansprüche, Forderungen oder was auch immer sonst erfüllt wissen.

Wo sind die jungen Frauen, die noch sagen „ich suche eine große Liebe?“ Heute sagen sie, „ich suche einen Traummann“ und fallen damit eher auf die Stufe kleiner Mädchen zurück. Es ist erschreckend albern, einen Traummann zu suchen, und es ist sehr natürlich, nach der großen Liebe zu suchen, wenngleich auch sie wahrscheinlich eine „Nummer kleiner“ ausfallen wird.

Es muss nicht immer die „große Liebe“ sei. Die Liebe selbst ist reichlich ins Hintertreffen gekommen. Was bringt denn bitte schon die ewige Suche nach diesem absolut widerwärtigen Begriff „Mr. Right“? Können unsere jungen Frauen nicht einfach unbeschwert lieben, wie es ihnen einstmals die Mütter der Frauenbefreiung verhießen? Müssen sie wirklich so lange suchen, bis sie den „perfekten Mann“ gefunden haben? Ist es richtig, diesen Mann erst mit 35 zu suchen?

Sinnlos verlieben - warum eigentlich nicht?

Manchmal hört man es noch: „Du, ich möchte mich mal wieder wirklich so Hals über Kopf sinnlos verlieben“. Ich höre so etwas gerne, weil es so verrückt lebendig klingt, so ganz ohne Hintersinn und Abwägung. Bis an den Rand des Wahnsinns ausgebrannt werden vor Liebesglut ist sicher nicht immer erstrebenswert, aber wer wollte, im Nachhinein betrachtet, schon die Liebe vermissen, der er mit Haut und Haar verfallen war?

Das klingt anders als „Notgeil“ zu sein, sich in eine Hotelbar zu setzen und dort mit einem Gast „Sex zu haben“, nicht wahr? Es klingt auch anders als „der Mann, der mich treffen will, muss erst einmal beweisen, dass er mich auch verdient“.

Manchmal, wenn ich so nachdenke über die Zeit, insbesondere aber über die deutsche Befindlichkeit, dann merke ich, wie viel den Menschen heute entgeht mit ihrer Arroganz, ihrer „Coolness“ und der generellen Überbewertung ihrer Persönlichkeit.

Was sind wir schon? Und vor allem, was sind wir, wenn wir uns nicht mehr einlassen auf die Gewalt der Gefühle? Müssen wir wirklich unserer Umgebung diesen Popanz von Großartigkeit vorführen? Können wir nicht einfach einmal wieder schwach werden und uns ganz auf dem Meer der Sinne treiben lassen? Sicher, dazu braucht man auch Rückhalt und Kondome. Aber so etwas habt ihr doch alle, oder etwa nicht?

Warum muss ich nur immer in Hildegard Knef denken, wenn ich so etwas schreibe? Sie sang noch davon, dass der „Mensch sich für sein Gefühl“ schämt und meinet die sexuelle Hingabe (so war es damals üblich) – und heute? Heute schämen wir uns offenbar dafür, überhaupt zu lieben oder geliebt werden zu wollen.

Mein bester Rat zu den bevorstehenden Fest- und Feiertagen: Liebt, lasst euch lieben, weint Tränen der Freude und des Leids. Und schert euch den Teufel darum, was andere über euch und eure Gefühle sagen. Die geht das nämlich einen feuchten Kehricht an.

Ein kleiner Nachsatz: Mir ist bewusst, dass ich im Titel besser "Schämt euch nicht eurer Gefühle" geschrieben hätte, aber wer hätte denn das wieder gelesen?

Foto: © 2008 by Victor Bezrukov